Abbas fordert Freilassung des entführten IDF-Soldaten

26. Juni 2006, 16:17
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Palästinenserpräsident: Internationale Gemeinschaft soll Israel von Großoffensive abhalten

Gaza/Ramallah/Tel Aviv - Der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas hat am Sonntag den tödlichen Angriff militanter Palästinenser auf israelische Soldaten an der Grenze zum Gaza-Streifen verurteilt. Die Tat verstoße gegen die Vereinbarungen der verschiedenen palästinensischen Fraktionen über eine Waffenruhe, hieß es in einer offiziellen Erklärung des Präsidenten. Abbas forderte die militanten Palästinenser auf, einen israelischen Soldaten freizulassen, den sie im Verlauf des Angriffs beim Grenzübergang Kerem Shalom verschleppt hatten.

Israel werde sonst mit sehr harten Schlägen gegen die Palästinenser reagieren, warnte Abbas. Er appellierte zugleich an die internationale Gemeinschaft, Israel von einer möglichen Großoffensive abzuhalten. Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert hatte zuvor Abbas und die von der radikalen Hamas gestellte Regierung unter Premier Ismail Haniyeh beschuldigt, gleichermaßen die Verantwortung für den blutigen Überfall zu tragen.

Der verschleppte Soldat ist nach israelischen Angaben noch am Leben. Generalstabschef Dan Halutz sagte vor Journalisten in Kerem Shalom: "Soweit die Armee weiß, lebt der entführte Soldat." Bei dem Angriff sind zwei israelische Soldaten getötet worden. (APA/dpa)

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