Londoner Fundbüro: 14.000 Handys im Jahr

3. Juli 2006, 10:44
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Kuriositätenkabinett: Rasenmäher, Totenurnen, dritte Zähne, Richterroben

In britischen Nahverkehrsmitteln werden die kuriosesten Dinge vergessen: Unter den allein im vergangenen Jahr liegen gebliebenen knapp 148.000 Gegenständen waren ein Rasenmäher, ein ausgestopfter Adler, eine aufplasbare Puppe und ein menschlicher Schädel, wie das interne Computerverzeichnis des Londoner Fundbüros in der berühmten Baker Street auflistet. Prunkstück der Sammlung ist ein vier Meter langes Boot, das weiterhin auf seinen Eigentümer wartet. Das man so etwas vergessen kann, macht die Mitarbeiter nach eigenen Worten noch immer sprachlos.

14.000 Handys

Mit Abstand am häufigsten werden Taschen in Bussen, U-Bahnen und Taxis vergessen, gefolgt von Büchern (25.000) und Kleidungsstücken (22.000) - aber nicht nur ordinäre Schals: auch Hochzeitskleider und Richterroben. Besonders verhasst sind Mobiltelefone bei den Angestellten des Fundbüros. Viele der im vergangenen Jahr angehäuften 14.000 Handys sähen sich so ähnlich, dass es eine nervtötende Angelegenheit sei, Suchenden behilflich sein zu müssen. "Wenn jemand auf der Suche nach seinem Handy vorbeikommt, und ein 'schwarzes Nokia' vermisst, ist das einfach nicht ausreichend", sagt Mitarbeiterin Judith Adams.

Leichter dagegen sei die Suche nach dritten Zähnen, Hüftprothesen, Wasserskis, einer tibetischen Glocke, einer Gasmaske oder einem Behälter Stiersperma, die allesamt in den Regalen warten. Auch dem Mann, der die Urne mit der Asche seines Bruders vergessen habe, konnte demnach schnell geholfen werden. Dinge ohne großen persönlichen Wert werden allerdings irgendwann versteigert. (apa)

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