ZwangsarbeiterInnen- Entschädigung

10. Juni 2000, 11:15

Slowenien einigt sich mit Österreich

Laibach - Slowenien und Österreich haben am Freitag in Wien eine weitgehende Einigung in der Frage der Entschädigung ehemaliger NS-ZwangsarbeiterInnen erzielt. Bei einem Treffen mit der österreichischen Regierungsbeauftragten Maria Schaumayer in Wien sei man übereingekommen, dass für ehemalige ZwangsarbeiterInnen aus Slowenien die gleichen Grundsätze gelten werden wie für die Betroffenen anderer Länder.

Schaumayer habe versichert, dass Slowenien nicht diskriminiert werde, berichtete das Radio. Aus Laibach hatte es Kritik gegeben, weil keine Vertreter Sloweniens zur jüngst abgehaltenen Versöhnungskonferenz in Wien eingeladen gewesen waren. Das Versöhnungsfondsgesetz, das von SPÖ, ÖVP, FPÖ und Grünen als Vier-Parteien-Antrag im Parlament eingebracht wird, sieht Auszahlungen in fünf Kategorien vor: SklavenarbeiterInnen (105.000 S), ZwangsarbeiterInnen in der Industrie (35.000 S), ZwangsarbeiterInnen in der Landwirtschaft (20.000 S), Kinder von ZwangsarbeiterInnen (Entschädigung nach Kategorie, der die Eltern zugeteilt wurden), Frauen, die als Zwangsarbeiterinnen ein Kind zur Welt brachten (sie erhalten zusätzlich 5.000 S).

Opferverbände

Die Abwicklung erfolgt über die Opferverbände in den einzelnen Staaten. Mit den sechs osteuropäischen Ländern Russland, Weißrussland, der Ukraine, Polen, Ungarn und Tschechien liegen dazu bereits unterschriftsreife Abkommen vor. Von österreichischer Seite überwachen deren Tätigkeit das nun in Erfüllung der Oppositionswünsche auch mit Parteien- und Opfervertretern (neben Regierungs- und Wirtschaftsvertretern) besetzte Kuratorium (Aufsichtsfunktion) sowie das kleinere, operativ arbeitende Gremium-Komite. (APA)

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