Gusenbauer: Nationalratsliste "erstellt immer noch die Partei"

4. Juli 2006, 15:53
68 Postings

SP-Chef: Gewerkschaft soll zeigen "dass sie verstanden hat, was die Leute wollen"

Wien - SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer ist zwar nach wie vor der Auffassung, die Opposition der FSG zum SPÖ-Präsidiumsbeschluss, ÖGB-Präsidenten und Vorsitzende von Teilgewerkschaften künftig ein Nationalratsmandat zu verwehren, "deckt sich voll mit dem Beschluss des SPÖ-Präsidiums". Sicherheitshalber verweist er in einem Interview mit der "Kleinen Zeitung" aber auch auf die letztliche Entscheidungskompetenz: "Die Kandidatenliste fürs Parlament wird immer noch von der Partei erstellt."

Appell

An die FSG appelliert Gusenbauer, "in ihrem eigenen Interesse zu zeigen, dass sie verstanden hat, was die Leute wollen. Wir müssen von lieb gewonnenen Gewohnheit der Mehrfachfunktionen Abschied nehmen." Im Übrigen werde durch die getroffene Entscheidung "die Überparteilichkeit des ÖGB in Zukunft viel stärker sein", weil es weiter Gewerkschafter als Abgeordnete geben werde: "Aber die Spitze des ÖGB wird nicht mehr für eine Partei im Parlament sitzen".

"Ich sehe das anders als Häupl"

Dass manche prominente und einflussreiche Parteigenossen seinen Schritt zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht gerade als glücklich gewählt bezeichneten, ficht Gusenbauer nicht an. Angesprochen auf die Kritik des Wiener Parteichefs und Bürgermeister Michael Häupl, jetzt eine ÖGB-Debatte vom Zaun zu brechen, sei falsch, denn ohne den Einsatz von ÖGB-Leuten könne die SPÖ keinen Wahlkampf führen, meinte der SPÖ-Vorsitzende: "Ich sehe das anders als Häupl. Kritik in der Öffentlichkeit freut mich nicht, aber damit muss man leben." (APA)

Share if you care.