Deutsche Gewerkschaft will Kündigungsverbot für Gewinn-Unternehmen

7. Juli 2006, 11:51
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ver.di: Arbeitsplatzvernichtung "erschüttert Glauben der Bürger an die soziale Marktwirtschaft" - SPD sieht kaum Spielraum

Berlin - Im Konflikt um den geplanten Stellenabbau beim Versicherungskonzern Allianz fordert die deutsche Dienstleistungsgewerkschaft ver.di ein gesetzliches Kündigungsverbot für profitable Unternehmen. "Wir erwarten, dass die Bundesregierung Stellung bezieht", sagte Uwe Foullong vom ver.di-Bundesvorstand dem "Tagesspiegel am Sonntag".

Sonst drohten gefährliche gesellschaftspolitische Verwerfungen. "Wenn immer mehr Unternehmen trotz hoher Gewinne Arbeitsplätze vernichten, erschüttert das den Glauben der Bürger an die soziale Marktwirtschaft und an die demokratisch ausgerichtete Verfassung."

Lieber Vorstand austauschen, statt Mitarbeiter büßen lassen

SPD-Fraktionsvize Ludwig Stiegler sieht jedoch keinen Gestaltungsspielraum für die Politik. Man könne nur dem Betriebsrat den Rücken stärken und in den Gremien auf Unternehmensebene für die Belange der Beschäftigten kämpfen. "Wir müssen jetzt den Blick nach vorne richten", sagte Stiegler der Zeitung. Der Politiker übte heftige Kritik an der Allianz-Führung: "Es wäre besser, einen unfähigen Vorstand auszutauschen als die Mitarbeiter büßen zu lassen." (APA/dpa)

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