Ärger mit Briten

25. Juni 2006, 12:01
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122 englische Fans in Stuttgart festgenom­men: Betrunkene pöbel­ten Passanten an - Mit Flaschen und Gläsern geworfen

Stuttgart - Die Stuttgarter Polizei will insgesamt 122 randalierende englische Fans bis zum kommenden Montag aus dem Verkehr ziehen. Polizeisprecher Stefan Keilbach sagte, dass die Betroffenen im Laufe des heutigen Samstags dem Richter vorgeführt werden sollten. Sie waren in der Nacht zum Samstag, einen Tag vor dem Achtelfinal-Spiel zwischen England und Ecuador, festgenommen worden.

Einige Engländer nahmen Keilbach zufolge am Freitagabend ein Lokal in der Innenstadt in Beschlag. Nach reichlich Alkoholgenuss kippte die Stimmung, die Fans pöbelten Passanten an und warfen mit Flaschen und Gläsern.

Keine Verletzten

Zunächst wurden den Angaben zufolge nur einzelne Gewalttäter festgenommen. Als auch Polizeibeamte angegriffen wurden, drohte die Lage zu eskalieren, wie der Polizeisprecher weiter sagte. Die Einsatzkräfte führten schließlich die stark betrunkenen Randalierer ab. Bis zu 200 deutsche Polizisten waren im Einsatz. Verletzte gab es laut Keilbach nicht. Polizeisprecher Rüdiger Felber sagte, in zwei Fällen sei ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet worden. Aus der Menge sei auch mit Sesseln geworfen worden. Dabei wurde den Angaben zufolge ein Tunesier von einem Plastikstuhl getroffen.

Der Leiter des britischen Polizeieinsatzes während der Weltmeisterschaft in Deutschland, Stephen Thomas, sagte, bei den Fans habe es sich um Betrunkene "und um keine Hooligans gehandelt." Bei den Festgenommenen handle es sich ausschließlich um Männer, sagte Felber. Einsatzleiter Michael Kühner erklärte, den englischen Fans sei gezeigt worden, "dass aggressives Trinken, Gewalttätigkeiten und Pöbeleien im Ansatz durch konsequentes Einschreiten verhindert" würden. Die Polizei werde diese Vorgehensweise gegen gewaltbereite Täter, unabhängig von ihrer Nationalität, konsequent weiterführen.

Zum Achtelfinale am morgigen Sonntag werden mindestens 50.000 englische Fans erwartet. "Für uns ist das Spiel keine polizeiliche Sonderlage", erklärte Stuttgarts Polizeipräsident Siegfried Stumpf am Freitag. Man habe Erfahrungen mit Mannschaften von der Insel. Bei entsprechenden Spielen hätten sich die Schlachtenbummler immer ruhig verhalten. Die deutsche Polizei sei mit rund 1.800 Beamten im Einsatz.

Ausschreitungen in Zürich

Die ausgelassenen Feiern über den Sieg der Schweiz im Fußball-WM-Spiel gegen Südkorea sind in Zürich von Ausschreitungen überschattet worden. Zwei Polizisten wurden in der Nacht auf Samstag verletzt, wie die Polizei mitteilte. Ein randalierender Fan war bereits vor dem Spiel festgenommen worden. Zu den Zusammenstößen kam es kurz nach Spielschluss in der Nähe einer Großbildleinwand, auf der tausende Fans das Spiel verfolgt hatten. Mehrere Personen bewarfen das abwandernde Publikum mit Gegenständen.

Als die Polizei eintraf, richtete sich die Aggression der Randalierer gegen die Beamten. Diese wurden unter anderem mit Glasflaschen angegriffen. Die Polizei setzte daraufhin Tränengas ein. Im Vergnügungsviertel an der Zürcher Langstraße verliefen die Jubelfeiern und Autokorsos friedlich. Auch in anderen Schweizer Städten waren nach dem Spiel Zehntausende auf den Straßen und feierten den Einzug in das Achtelfinale.(APA/AP)

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    Ab aufs Revier.

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