Al-Kaida-Vize Zawahiri kündigt Rache für Zarqawis Tod an

26. Juni 2006, 17:57
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Per Videobotschaft - Kritik an irakischem Premier Maliki: Verkauft den Islam - Washington: "Noch viel harte Arbeit vor uns"

Dubai/Washington - El-Kaida-Vizechef Aiman al-Zawahiri hat den Vereinigten Staaten mit gewaltsamer Rache für den Tod von Abu Mussab al-Zarqawi gedroht. "Niemand von uns wird getötet, ohne gerächt zu werden", sagte Zawahiri in einem am Freitag vom Fernsehsender Al Jazeera ausgestrahlten Videoband.

Die Aufnahmen zeigen Zawahiri vor einem Foto des irakischen El-Kaida-Führers Zarqawi, der am 7. Juni bei einem US-Angriff starb. Den irakischen Ministerpräsidenten Nuri el Maliki bezeichnete Zawahiri in seiner Ansprache als Verräter. Er rief alle Rebellen im Irak auf, ihren Kampf fortzusetzen. Das Weiße Haus wertete die Aufnahmen als Teil eines "Propagandakriegs".

Direkte Worte an Bush

In seiner Ansprache wandte sich Zawahiri direkt an US-Präsident George W. Bush: "Dein Versuch, von der Sicherheits zu träumen, ist vergeblich." Damit stellte Zawahiri einen Bezug zu den Terroranschlägen vom 11. September 2001 her. Er erinnerte daran, dass Al-Kaida-Chef Osama bin Laden einst geschworen habe, "dass Amerika nicht den Traum der Sicherheit träumen wird". An die US-Bevölkerung gerichtet sagte Zawahiri: "Sagt mir, wie viele von Euch schon (im Irak) gestorben sind, wie viel Eure Wirtschaft verloren hat, wie die Moral Eurer Soldaten sinkt."

Der El-Kaida-Vizechef griff in dem Video den irakischen Ministerpräsidenten Maliki und den US-Botschafter in Bagdad, Zalmay Khalilzad an, die als erste die Tötung Zarqawis bekannt gegeben hatten. Maliki verkaufe den Islam und kämpfe "unter Bushs Kreuzzug-Banner", sagte Zawahiri. Den gebürtigen Afghanen Khalilzad nannte er einen "afghanischen Abtrünnigen". Zarqawi war am 7. Juni bei einem US-Luftangriff im Irak getötet worden. Er wird für zahlreiche Anschläge, Entführungen und Hinrichtungen im Irak verantwortlich gemacht.

Washington: "Noch viel harte Arbeit vor uns"

Das Weiße Haus in Washington nahm die Videobotschaft Zawahiris als Beleg dafür, dass "Zawahiri und die Führung der El Kaida weiterhin einen Propagandakrieg führen und eine verdorbene Botschaft der Gewalt und des Hasses verbreiten". Eine Sprecherin des Weißen Hauses erklärte, es würden weitere Drohungen erwartet. "Im weltweiten Kampf gegen den Terror liegt noch viel harte Arbeit vor uns."

Erst am Donnerstag wurde im Internet eine Botschaft Zawahiri veröffentlicht, die aber bereits am 30. Mai aufgenommen wurde. Darin rief er die Menschen in Afghanistan zum Widerstand gegen die ausländischen Truppen im Land auf. Auf Zarqawis Tod war Zawahiri darin nicht eingegangen. (APA)

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    Aiman al-Zawahiri richtet seine Worte auch direkt an US-Präsident Bush: "Dein Versuch, von der Sicherheits zu träumen, ist vergeblich."

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