ÖGB-Klausur im Zeichen der Reformnotwendigkeit

24. Juni 2006, 19:26
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Künftiger Standort und organisatorische Fragen im Zentrum

Wien - Der im Zuge des BAWAG-Skandals finanziell, personell und organisatorisch in Not geratene ÖGB tritt am Samstag (13.30 Uhr) zu einer Klausurtagung zusammen. Themen für die zweitägige Aussprache im Hotel Penta in Wien-Landstraße gibt es zur Genüge. Zu klären gilt es für die ÖGB-Granden unter anderem das Verhältnis zwischen Zentrale und Einzelgewerkschaften, den geplanten Personalabbau sowie den künftigen Hauptsitz.

Am spannendsten dürfte sich die Frage der Strukturreform gestalten. Während die VP-dominierte Beamtengewerkschaft die Teilorganisationen aufwerten will, spricht sich die Privatangestellten-Gewerkschaft für die Auflösung derselben und eine Stärkung der ÖGB-Zentrale aus. Andere wie die Eisenbahner und die Metaller plädieren für eine Reduktion der Gewerkschaften durch Zusammenschlüsse.

Verkauf

Weiters zu bereden ist die finanzielle Situation, steht doch der Gewerkschaftsbund nach Schätzung von Finanzreferent Clemens Schneider mit rund zwei Milliarden Euro in der Kreide. Erwartet wird, dass die Zentrale an der Wiener Ringstraße verkauft wird und sich der ÖGB und einige Teilorganisationen in einem billigeren Gebäude im dritten Wiener Gemeindebezirk einmieten werden. Die geplante Personalreduktion will man über natürliche Abgänge schaffen.

Auszureden hat der ÖGB ferner die jüngste Skepsis von einzelnen Spitzengewerkschaftern wie Eisenbahner-Chef Wilhelm Haberzettl bezüglich einer Kandidatur von Rudolf Hundstorfer als Gewerkschaftschef sowie die Frage, wer nun von der Übernahme der BAWAG-Schulden wirklich wusste. Schließlich müssen sich die sozialdemokratischen Gewerkschafter noch überlegen, wie sie auf den Beschluss des SPÖ-Präsidiums reagieren, dass künftig weder der ÖGB-Chef noch Vorsitzende von Teilgewerkschaften im Parlamentsklub sitzen sollen.

Eine Presseinformation ist erst Sonntagmittag nach Abschluss der Klausur vorgesehen. (APA)

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