Kalk-Fest mit Ur-Ton

26. Juni 2006, 13:15
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Trommeln zum Kalkbrand in Mauerbach - Erlös kommt Urlaub von Tschernobyl-Kindern zugute

Wien – Natürlich ist es ein archaisches Erlebnis, das Kalkbrennen: Vier Tage lang wird in der Kartause Mauerbach in einem historisch rekonstruierten Ofen jener Kalk gebrannt, der dann übers Jahr bei Restaurationsarbeiten im Verputz verarbeitet wird. Das wird dieses Wochenende in der Kartause gefeuert und gefeiert. Dabei wird der Kalk sozusagen mit Ur-Ton versetzt. Musikalisch. Heute, Samstag, 24. Juni, beginnt das Trommeln auf den Ur-Ton-Instrumenten um 18 Uhr im Kartausen-Café und wird dann zu späterer Stunde ab 21 Uhr direkt am Ofen fortgesetzt. Bei Würsteln und Bier.

Die an sich uralte Kalktechnik war im 20. Jahrhundert bereits weit gehend in Vergessenheit geraten – und wurde erst durch die Anforderungen moderner Denkmalpflege aber auch des ökologischen Bauens wieder in Erinnerung gerufen.

Traditionen des Handwerks

Eine kleine Gruppe von Restauratoren, Wissenschaftern und Handwerkern begann in den Mauerbacher „Restaurierwerkstätten Baudenkmalpflege“ des Bundesdenkmalamtes regionale Verarbeitungsmethoden und Traditionen zu erforschen – und sich international zu vernetzen. Entscheidend ist dabei aber auch, dass die Materialien in ihrer ursprünglichen Qualität zur Verfügung stehen – und daher müssen die regional unterschiedlichen Kalksteinsorten auch wieder in kleinen Mengen gebrannt und gelöscht werden.

Der Erlös der Veranstaltung am Samstag kommt den 15 Tschernobyl-Kindern zugute, denen seit 6. Juni in Mauerbach ein wenig Urlaub und Erholung geboten wird. (frei, DER STANDARD Printausgabe, 24./25.06.2006)

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