Regierung lässt weitere 500 Gefangene frei

26. Juni 2006, 17:57
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Schiitischer Prediger kritisiert Massenentlassungen

Abu Ghraib - Die irakische Regierung und die US-geführten Truppen im Irak haben am Freitag weitere 500 Häftlinge freigelassen. Nach Angaben des US-Strafvollzugs handelte sich dabei um Gefangene aus der Haftanstalt Abu Ghraib im Westen von Bagdad, die an keinen Gewalttaten, Entführungen oder Folterungen beteiligt waren.

Der frühere sunnitische Vize-Regierungschef und derzeitige Abgeordnete Abed Motlak al-Juburi sagte, die freigelassenen Häftlinge stammten aus Ramadi, Hauptstadt der mehrheitlich sunnitischen Unruheprovinz Al-Anbar, sowie aus Bagdad und dessen Umgebung. Er forderte Regierung und Behörden auf, für die Wiedereingliederung der Gefangenen in die Gesellschaft zu sorgen. Laut US-Armee wurden seit dem 7. Juni etwa 2300 Häftlinge auf freien Fuß gesetzt.

Schiitischer Prediger kritisiert Massenentlassungen

Der schiitische Geistliche Sadreddin al-Kubanji vom Obersten Rat für die Islamische Revolution im Irak kritisierte die Massenentlassungen. Die "Terroristen im Irak" müssten wie die Gefangenen im US-Lager Guantánamo in Kuba behandelt werden, sagte er in seiner Predigt während des Freitagsgebets in der den Schiiten heiligen Stadt Najaf. Der pro-iranische Oberste Rat ist eine der Hauptstützen der Regierung von Ministerpräsident Nuri al-Maliki, der selbst Mitglied der konservativen Schiitenpartei Dawa ("Islamische Missionierung") ist. (APA)

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