Interesse an Vertreibung von Musikern durch Nazi-Regime zu gering

30. Juni 2006, 16:04
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Forschungsstelle "Orpheus Trust" muss seinen Betrieb einstellen - "mangelndes Interesse der öffentlichen Hand" als Begründung

Wien - Der in Wien ansässige Orpheus Trust, eine Privatinitiative, die sich mit vom Nazi-Regime vertriebenen Musikschaffenden beschäftigt, hat seine Auflösung beschlossen. Diese werde mit 31. August erfolgen, hieß es am Freitag in einer Aussendung. "Das mangelnde Interesse der öffentlichen Hand, insbesondere des Bundes, an einer Weiterarbeit des Orpheus Trust, das sich in langjähriger Unterdotierung ausgedrückt hat, hat nun die Generalversammlung dazu veranlasst, den Verein aufzulösen", wurde darin festgehalten.

Bereits seit längerem hat der Verein auf eine seiner Ansicht nach zu geringe Dotierung verwiesen. Der Orpheus Trust war zehn Jahre lang in Erforschung und Dokumentation des vertriebenen Musiklebens, in Beratung und Informationsvermittlung sowie als Veranstalter tätig. 4.700 NS-verfolgte Musikschaffende und 13.000 ihrer Werke wurden recherchiert und dokumentiert sowie in 300 Veranstaltungen und Publikationen an die 3.000 verfolgte Musikschaffende der Öffentlichkeit präsentiert. Weiters wurden Nachlässe verwaltet und ein öffentlich zugängliches Archiv geboten. (APA)

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