Heute: England Favorit vs. Ecuador

25. Juni 2006, 16:37
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Eriksson "droht" Beckham - Ecuador will im WM-Achtelfinale weiter Geschichte schreiben

Stuttgart - Ecuador soll für Englands Fußball-Team nicht zum Stolperstein werden, die Mannschaft von Sven-Göran Eriksson ist vor dem WM-Achtelfinal-Duell am Sonntag (17:00) in Stuttgart ganz auf Sieg eingestellt. Trotz des Fehlens des verletzten Stürmers Michael Owen. "Unsere Position ist gut, auch wenn Michael nicht dabei ist. Ich bin keineswegs beunruhigt", erklärte Eriksson.

In englischen Zeitungen war am Freitag das Verhältnis Erikssons zu Superstar David Beckham das Hauptthema. "Wenn er die Leistungen nicht bringt, dann lasse ich ihn draußen oder hole ihn vom Platz. Er ist zwar Kapitän, wird deswegen aber nicht bevorzugt behandelt", wird der 58-jährige Schwede zitiert. Real-Madrid-Star Beckham hat bei der WM zwei Tore vorbereitet, ist aber wegen seiner ansonsten eher enttäuschenden Auftritte in die Kritik geraten.

Aus Angst, er müsste sich ohne WM-Titel als Trainer verabschieden, habe Eriksson die Wandlung vom Gentleman zum "harten Hund" vollzogen, mutmaßen die englischen Zeitungen. In der fünfeinhalbjährigen Ära des Schweden hat Beckham bei großen Turnieren mit einer Ausnahme keine Minute gefehlt: Beim WM-Auftakt 2002 gegen Schweden (1:1) wurde er nach 27 Minuten ausgewechselt.

Von Stürmer-Notstand will Eriksson nichts hören ("Wir haben gute Optionen und Wayne Rooney wird immer besser"), die Unsicherheit der Abwehr in Standardsituationen gegen Schweden macht ihm allerdings doch etwas Sorgen. Zwei Gegentreffer resultierten aus derartigen Aktionen. Verteidiger Gary Neville fällt wohl weiter aus und wird an der rechten Seite wieder durch Jamie Carragher ersetzt, Rio Ferdinand ist fraglich.

Rooney ist knapp acht Wochen nach seinem Mittelfußbruch der große Hoffnungsträger. "Er macht alles, was von ihm verlangt wird. Hoffentlich auch Tore", sagte Eriksson und plant mit dem 20-Jährigen als alleiniger Spitze. Hinter Rooney soll Steven Gerrard auf Torjagd gehen.

Ecuadors Trainer Luis Fernando Suarez kann hingegen aus dem Vollen schöpfen, das gegen Deutschland geschonte Quintett inklusive der zwei Stürmer Agustin Delgado und Carlos Tenorio sowie dem Abwehrchef und Rekordnationalspieler Ivan Hurtado ist wieder mit von der Partie. Die Südamerikaner, die in der WM-Qualifikation in der Höhenlage von Quito Brasilien und Argentinien besiegt haben, haben bei ihrem zweiten WM-Antreten nach 2002 erstmals die zweite Phase erreicht. "Das war unser erstes Ziel, aber wir haben noch einiges vor. Die WM ist für Ecuador noch nicht vorbei", kündigte Suarez an.

Von den Spielern Ecuadors kennt Ulises de la Cruz, der seit 2002 bei Aston Villa spielt, die Engländer besonders gut. "Wir wollen versuchen, den Giganten zu stürzen", sagte der 32-jährige Offensiv-Verteidiger. "England ist als Kollektiv stark und ein großer Gegner. Aber die WM ist dazu da, Geschichte zu machen." (APA/Reuters/AFP/dpa)

  • ENGLAND - ECUADOR (Gottlieb-Daimler-Stuttgart, Sonntag, 17:00 Uhr)

    England: 1 Robinson - 15 Carragher, 5 Ferdinand, 6 Terry, 3 A. Cole - 7 Beckham, 16 Hargreaves, 8 Lampard, 11 J. Cole - 4 Gerrard - 9 Rooney Fraglich: Ferdinand (Leistenblessur) Es fehlt: Owen (Kreuzbandriss)

    Ecuador: 12 Mora - 4 De la Cruz, 3 Hurtado, 17 Espinoza, 18 Reasco - 16 Valencia, 20 E. Tenorio, 14 Castillo, 8 Mendez - 21 C. Tenorio, 11 Delgado

    • Bild nicht mehr verfügbar

      Eriksson im Gespräch mit Englands Hoffnungsträger, Wayne Rooney.

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