Die letzte Mission der "Discovery" war ein Pannenflug

23. Juni 2006, 14:25
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Nach einer Pechsträhne gelang im August 2005 doch noch die sichere Landung auf der Erde

Washington - Zweieinhalb Jahre nach dem tödlichen Unglück der Raumfähre "Columbia" wollte die US-Raumfahrtbehörde NASA mit dem Start der "Discovery" eigentlich einen Befreiungsschlag landen. Stattdessen reihte sich vom Start am 26. Juli bis zur Landung am 9. August 2005 eine Panne an die nächste. Alle weiteren Starts von Raumfähren wurden danach wegen des hohen Sicherheitsrisikos auf Eis gelegt.

Wegen eines fehlerhaften Treibstoffsensors hatte die NASA den ursprünglich für 13. Juli geplanten Start der "Discovery" schon um zwei Wochen verschieben müssen. Einen Tag nach dem vermeintlichen Bilderbuchstart räumte die NASA ein, dass sich wieder ein großes Stück Schaumstoff vom Außentank gelöst hatte.

Reparaturarbeiten im All

Erstmals in der Raumfahrtgeschichte musste eine Besatzung Reparaturarbeiten im All ausführen. Zwischen Hitzekacheln stand Füllmaterial hervor, das bei Wiedereintritt in die Erdatmosphäre zu Turbulenzen und einer starken Erhitzung der Kacheln hätte führen können. Weil die NASA auf einen solchen Fall nicht vorbereitet war, musste eine kleine Säge erst von den Astronauten gebaut werden.

Kaum war die Reparatur gelungen, versetzte eine beschädigte Isoliermatte unterhalb eines Fensters der Raumfähre die NASA in helle Aufregung. Kleine Teilchen hätten sich beim Wiedereintritt in die Atmosphäre lösen und wie Geschosse auf die "Discovery" prallen können. Nach Tests im Windkanal auf der Erde sprach die NASA von einem vertretbaren Risiko.

Landung

Wegen schlechter Witterungsbedingungen musste dann die Landung am 8. August in Cape Canaveral in Florida um einen Tag verschoben werden. Zum Abschluss der Pechsträhne konnte die "Discovery" einen Tag später nur auf dem Luftwaffenstützpunkt Edwards in Kalifornien landen. Es entstanden Mehrkosten von fünf Millionen Dollar (vier Millionen Euro), weil die Raumfähre im Huckepack-Verfahren auf einer umgebauten Boeing von Kalifornien nach Florida geflogen werden musste. (APA/dpa)

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    Am 9. August 2005 gelang die Landung auf der Erde.

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