Iranische Regierung: Auch nach Gesprächen kein Ende der Urananreicherung

27. Juni 2006, 19:17
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Vize-Chefunterhändler Dschawad Waidi sei zuvor falsch zitiert worden

Wien - Auch nach Gesprächen mit westlichen Staaten über sein Atomprogramm wäre der Iran einem Regierungsvertreter zufolge strikt gegen die geforderte Aussetzung seiner Urananreicherung.

"Falsch zitiert"

Die iranische Botschaft in Wien stellte am Freitag klar, dass sie Vize-Chefunterhändler Dschawad Waidi in einer früheren Übersetzung einer Rede falsch zitiert habe. Darin hatte es geheißen, dass die Anreicherung im "besten Falle" als Ergebnis von Verhandlungen gestoppt werden könne. Dies war als Signal für ein Entgegenkommen interpretiert worden. Der korrigierten Übersetzung zufolge sagte Waidi in seiner Rede am Donnerstag aber: "Der Iran erwägt die Aussetzung der Anreicherung weder als Vorbedingung für Gespräche noch als Ergebnis solcher Gespräche." Waidi ist Vizechef des nationalen Sicherheitsrats.

Angebotspaket

Die USA und die Europäische Union (EU) vermuten hinter dem iranischen Atomprogramm das Streben nach Atomwaffen. Um den Iran zur Aussetzung der umstrittenen Uran-Anreicherung zu bewegen, haben sie gemeinsam mit Russland und China ein Angebotspaket aus wirtschaftlichen Anreizen und Strafandrohungen geschnürt. Die Aussetzung der Urananreicherung ist dabei die Voraussetzung für die Wiederaufnahme von Gesprächen mit dem Iran.

Die USA dringen auf eine Antwort der Islamischen Republik auf das Anfang Juni vorgelegte Paket bis Mitte Juli. Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat indes den 22. August als spätesten Termin genannt. (Reuters)

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