EU-Truppen im Kongo sollen Mitte Juli einsatzbereit sein

5. Juli 2006, 17:03
posten

Mission laut Jung und Steinmeier gut vorbereitet

Potsdam - Die EU-Truppen zur Absicherung der Wahlen im Kongo sollen in gut drei Wochen voll einsatzfähig sein. Bis 18. Juli würden die Vorbereitungen abgeschlossen, sagte Deutschlands Verteidigungsminister Franz Josef Jung am Freitag bei einem Besuch der EU-Operationszentrale in Geltow bei Potsdam. Am 30. Juli sollen im Kongo Parlaments- und Präsidentschaftswahlen stattfinden, die von knapp 2.000 europäischen Soldaten gesichert werden sollen. Der Einsatz wird von Geltow aus geleitet.

Jung, der sich gemeinsam mit Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier in der Operationszentrale über den Stand der Vorbereitungen informierte, bekräftigte, die an der Mission teilnehmenden 780 Bundeswehrangehörigen seien auch auf "überraschende Situationen" gut vorbereitet.

Auf Kinder schießen?

Allerdings gebe es in der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa keine Kindersoldaten, erklärte Jung. Deshalb müssten Bundeswehrsoldaten, die in Kinshasa eingesetzt oder einsatzbereit im Nachbarland Gabun stationiert werden, höchstwahrscheinlich nicht auf minderjährige Kämpfer schießen.

Auch auf den Ausbruch von Krankheiten in dem zentralafrikanischen Land ist die Bundeswehr Jung zufolge eingestellt. "Wir werden dort die medizinischen Standards wie in Deutschland haben", sagte der CDU-Politiker. "Die Soldaten sind eingestellt auf gesundheitliche Risiken." Vor wenigen Tagen hatte es Meldungen gegeben, wonach im Kongo die Pest ausgebrochen sei. Steinmeier sagte, auch die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten EU-Staaten klappe gut.

Bereits 73 Bundeswehrsoldaten unter der Führung des Oberkommandierenden der Mission, Generalleutnant Karlheinz Viereck, bereiten den Einsatz derzeit in Kinshasa vor. Unter anderem wird dort das Hauptquartier der europäischen Truppen errichtet. Viereck soll den Einsatz von Geltow aus leiten. Die vorwiegend aus deutschen und französischen Soldaten bestehende Truppe soll vier Monate lang im Kongo bleiben. Die deutschen Soldaten werden für eventuell nötige Evakuierungen aus Kinshasa zuständig sein, ihre französischen Kameraden sollen auch in anderen Landesteilen operieren. (APA/AP)

Share if you care.