Börse als Konjunktur-Triebfeder

23. Juni 2006, 20:02
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Studie: Kapitalmarkt hat sich zu Impulsgeber für die österreichische Wirtschaft entwickelt - Schwachpunkt sind niedrige Börseumsätze

Wien - Einen wesentlichen Zusammenhang zwischen Kapitalmarktentwicklung und gesamtwirtschaftlicher Entwicklung belegt eine am Freitag in Wien vorgestellte Studie. Demnach hat die in den vergangenen drei Jahren florierende Wiener Börse durch höhere Umsätze und gestiegene Marktkapitalisierung positiv zur realwirtschaftlichen Entwicklung in Österreich beigetragen.

Die freundliche Marktentwicklung der Wiener Börse habe von 2003 bis 2005 in Summe mit rund 1,1 Mrd. Euro zum heimischen Bruttoinlandsprodukt (BIP) beigetragen und die Beschäftigung im Schnitt jährlich um zusätzliche 5.900 Beschäftigte verbessert, so Bernhard Felderer vom Institut für Höhere Studien (IHS), der die Untersuchung gemeinsam mit dem Economic and Social Research Center (ESCE) erstellt und gemeinsam mit Börsevorstand Heinrich Schaller und Finanzminister Karl-Heinz Grasser präsentiert hat.

Börseumsätze verfünffacht

Die Marktkapitalisierung der Wiener Börse habe sich in den letzten drei Jahren von 44,8 auf 107,1 Mrd. Euro mehr als verdoppelt, die Börseumsätze haben sich von 1,6 auf 6,1 Mrd. Euro fast vervierfacht, so Schaller. Die Wiener Börse wolle diesen Weg bewusst fortsetzen. Trotz dieser Verbesserungen nimmt Wien laut Studie unter den 20 wichtigsten europäischen Börsen nur den 15. Platz ein.

Um dem auch von Felderer genannten Schwachpunkt der Wiener Börse - nämlich die niedrigen Umsätze - zu begegnen, will sich Schaller bemühen, neues Kapital an die Börse zu bringen. Dazu soll verstärkt mit Unternehmen gesprochen werden, um ihnen die Scheu vor einem Börsegang zu nehmen. Auch zusätzliche internationale Teilnehmer sollen geholt werden. Laut Schaller könnten noch heuer mehrere Unternehmen an die Börse kommen, bereits gelistete Unternehmen könnten ihren Streubesitz erhöhen.

Nachteile durch Börse-Fusionen

An weiteren Maßnahmen wünscht sich Schaller eine Erweiterung der Mitarbeiterbeteiligungsmodelle, Verbesserungen bei der Zukunftsvorsorge in Richtung Einmalerlag und nicht garantierte Produkte, und auf steuerlicher Seite Erleichterungen bei Kapitalerhöhungen. Auch könnten weitere Bundes- und Landesunternehmen dem Kapitalmarkt zugeführt werden.

Keine Nachteile erwartet sich Schaller durch die geplanten Großfusionen internationaler Börsen. "Wenn die großen Börsen noch größer werden, werden sich nur die Nischen für kleinere Marktteilnehmer wie die Wiener Börse vergrößern", so Schaller. (APA)

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