Rennen um den Ranna-Stausee

    23. Juni 2006, 17:01
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    Naturschützer kämpfen gegen Vergrößerung des idyllischen Gewässers im Mühlviertel

    Der bei Oberkappel im Mühlviertel liegende Ranna-Stausee ist ein recht idyllisches Gewässer, dem man seine künstliche Entstehung kaum mehr ansieht. Sein Wasser betreibt die Turbinen des an der Donau liegenden Kraftwerks Ranna, eines der ältesten Pumpspeicherwerke Österreichs. Bei Bedarf kann Wasser aus dem Fluss hinaufgepumpt werden, um für Spitzenzeiten eine größere Energiekapazität zu haben.

    Das unterhalb der 50 Meter hohen Bogenstaumauer liegende Rannatal hat sich seit dem Bau der Anlage im Jahre 1925 zu einem besonderen Biotop entwickelt, weshalb Naturschützer gegen eine Vergrößerung des Stausees Sturm laufen: sie könnte nur durch eine neue und höhere Talsperre unterhalb der alten erreicht werden. Das derzeitige Speichervolumen beträgt 2,35 Millionen Kubikmeter.

    Rund um den romantischen Stausee führt ein Wanderweg, der am linken Ufer teilweise als Fitpfad und als Kneippweg – mit entsprechenden Hinweisen – gestaltet ist. Die wenig anstrengende Route mit nur geringen Steigungen vermittelt aber einen recht guten Eindruck von der durch den alten Granit geprägten Mühlviertler Landschaft.

    Über die Bedeutung des Namens Ranna sind die Experten nicht einig. Das Wort stammt sicherlich aus dem Altbayerischen und bedeutet rote Rübe oder rote Beete. Es gibt aber auch das Zeitwort "ranten" – sich kümmern oder sorgen. Und unter "Ranzablizza" verstehen manche Leute aus dem Bayerischen Wald das Bauchweh.

    Fließende Grenzen

    Der Fluss entspringt auf deutschem Gebiet und erreicht bei Oberkappel österreichisches Territorium. Im Grenzort Oberkappel gibt es natürlich seit Langem keine Schranken und Schlagbäume mehr, das einstige Zollhaus, welches seine Funktion verloren hat, wurde vor zwei Jahren versteigert.

    Am östlichen Seeufer ist der Weg bestens markiert und beschildert, und am westlichen Ufer hat man ebenfalls keine Probleme, wenn man stets in der Nähe des Gewässers bleibt. Nicht beschildert ist die Abzweigung nach Neustift. Durch eine Brücke kann die Runde auf etwa die Hälfte verkürzt werden.

    Die Route: Von Oberkappel führt am linken Ufer der Ranna ein Weg zum Beginn des Stausees, an dessen Ufer man nach Süden wandert und etliche Fitness- und Kneippstationen passiert. Nach etwa eineinhalb Stunden gelangt man zur Staumauer. Über diese führt eine Straße, auf der man auf die andere Talseite wechselt und in nördlicher Richtung zurück nach Oberkappel wandert. Dafür braucht man wieder eineinhalb Stunden.

    Ein Abstecher nach Neustift ist zwar möglich, aber nicht besonders lohnend. – Möchte man das romantische Rannatal unterhalb des Stausees besuchen, so wählt man besser das Donauufer als Ausgangspunkt, denn der Abstieg von der Talsperre ist sehr steil.

    Gesamtgehzeit 3 Stunden, Höhenunterschied unerheblich. Gasthaus in Oberkappel. Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 13 (Engelhartszell)(Der Standard, Printausgabe 24./25.6.2006)

    Von Bernd Orfer
    • Der Ranner-Stausee
      www.tiscover.at

      Der Ranner-Stausee

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