Höhere Hygienestandards könnten Allergien und Autoimmmun-Erkrankungen fördern

3. Juli 2006, 13:49
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Darauf deutet eine US-amerikanische Tierstudie

New York - Das verstärkte Auftreten von Allergien und Autoimmun-Erkrankungen in den Industrieländern steht vermutlich mit den dort erhöhten Hygienestandards in Zusammenhang. Hinweise auf diese schon lange gehegte Vermutung liefert nun eine US-amerikanische Tierstudie. Dabei untersuchten Forscher der Duke Universität in North Carolina die Werte von im Blut enthaltenen Antikörpern sowohl bei wilden Mäusen und Ratten, als auch bei Labortieren, die unter hygienischen Bedingungen gehalten wurden.

Insbesondere verglichen die Wissenschafter die Werte von Immunglobulinen der Typen G (IgG) und E (IgE). IgG sind oft an Autoimmun-Erkrankungen beteiligt, IgE dagegen häufig an Allergien. Generell enthielt das Blut der wilden Tiere deutlich mehr IgG und vor allem IgE als das der im Labor aufgewachsenen Artgenossen, wie das "Scandinavian Journal of Immunology" berichtet. Allerdings schadeten diese erhöhten Werte den Tieren nicht, sondern sie schützen offenbar sogar deren Gesundheit.

Die Forscher vermuten, dass sich die Immunglobuline normalerweise eher an Antigene von Parasiten oder der Umwelt anlagern. In einer weitgehend keimfreien Umgebung jedoch, so die Vermutung der Forscher, richten sich diese Antikörper dann entweder gegen harmlose Antigene der Umwelt und verursachen Allergien, oder aber sie greifen wie bei Autoimmun-Erkrankungen eigenes Körpergewebe an. (APA/AP)

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