Bulgariens Parlament schränkt Foto-Berichterstattung ein

4. Juli 2006, 22:10
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Protest von Foto- und TV-Reportern

Die Foto-Berichterstattung aus dem bulgarischen Parlament ist eingeschränkt worden. Die neue Regelung sieht nach Zeitungsberichten vom Freitag auch vor, dass TV-Journalisten im Plenarsaal der Volksversammlung in Sofia nicht mehr ununterbrochen filmen dürfen. Erlaubt seien nur Fotos und Aufzeichnungen während der ersten Stunde einer Plenarsitzung, eine Stunde nach der Kaffee-Pause um 11.00 Uhr sowie in den wöchentlichen Fragestunden. Für andere Termine müssen zuvor Anträge gestellt werden, was nach Ansicht von Journalisten eine aktuelle Berichterstattung unmöglich macht.

Foto-Reporter und TV-Kameraleute, die am Donnerstag aus dem Plenarsaal verwiesen wurden, protestierten sofort, indem sie ihre Kameras vor dem Eingang des Parlaments ablegten. Viele Journalisten sprachen von Zensur, denn sie werden künftig keine Aufnahmen mehr machen können, die den Abgeordneten peinlich sind. Dazu gehören: ein fast leerer Plenarsaal während einer laufenden Sitzung, eine Abstimmung mit Abgeordneten-Karten abwesender Kollegen oder Parlamentarier beim Zeitungslesen oder im Handy-Gespräch während der Lesung wichtiger Gesetze. Parlamentspräsident Georgi Pirinski wies die Zensur-Vorwürfe zurück und begründete die neue Regelung mit Bemühungen um mehr Ordnung. (APA/dpa)

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