Glück nimmt im Alter zu

19. Juli 2006, 13:52
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Trotz zunehmender Gesundheitsprobleme - Forscher: "Emotionale Ressourcen" zum Glücklichsein werden mehr

New York - Die Annahme, junge Menschen seien glücklicher als alte, beruht offenbar auf einer Illusion. Zu diesem Schluss kommt jedenfalls eine Untersuchung der Universität von Michigan in Ann Arbor. Darin glauben zwar sowohl junge als auch alte Teilnehmer übereinstimmend, dass junge Leute glücklicher sind. Tatsächlich aber zeigt die Untersuchung, dass Menschen eher mit zunehmendem Alter glücklicher werden.

Die Mediziner befragten insgesamt mehr als 540 Männer und Frauen, die entweder zwischen 21 und 40 Jahre jung oder über 60 Jahre alt waren. Alle sollten sowohl ihre eigene Lebenszufriedenheit mit 30 Jahren und mit 70 Jahren einschätzen als auch die generelle Zufriedenheit von Vertretern dieser Altersgruppen. "Nicht nur die jungen Leute glaubten, dass ältere Menschen weniger glücklich sind, sondern auch die älteren Menschen gaben an, 'damals' glücklicher gewesen zu sein", berichtet die Forscherin Heather Lacey. "Keine der Vermutungen trifft zu."

Auch wenn die SeniorInnen angaben, früher glücklicher gewesen zu sein; tatsächlich lag ihre selbst bewertete Lebenszufriedenheit deutlich höher als die der jungen TeilnehmerInnen, wie das "Journal of Happiness Studies" berichtet. "Die Menschen glauben oft, dass Glücklichsein von äußeren Umständen abhängt", sagt der Forscher Peter Ubel. "Stattdessen resultiert das Glücklichsein eher aus ihren zu Grunde liegenden emotionalen Ressourcen, und diese nehmen offenbar mit dem Alter zu." Laut Ubel werden die Menschen im Alter eher glücklicher, obwohl sich die äußeren Umstände wie etwa die Gesundheit tatsächlich objektiv verschlechtern. (APA/AP)

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    Bei Älteren liegt die selbstbewertete Lebenszufriedenheit höher als bei Jungen.
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