Sarkozy: "Wer Frankreich nicht liebt, kann ja gehen"

10. Juli 2006, 13:53
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Paris hat laut Innenminister keine geschichtliche "Schuld" gegenüber Einwanderern

Paris - "Jene, die Frankreich nicht lieben, sind nicht gezwungen zu bleiben." Das erklärte der französische Innenminister und Chef der Regierungspartei Union für eine Volksbewegung (UMP), Nicolas Sarkozy, am Donnerstagabend bei einer Ansprache in Agen (Lot-et-Garonne). Der konservative Präsidentschaftsanwärter kritisierte weiter "jene, die vorsätzlich beschlossen haben, von der Arbeit der Anderen zu leben; jene, die glauben, dass ihnen alles geschuldet wird und sie niemandem etwas schulden; jene, die in den Falten der Geschichte eine imaginäre Schuld suchen, die Frankreich ihnen gegenüber haben sollte". Er spielte damit auf die koloniale Vergangenheit Frankreichs an.

"Wenn es jemanden gibt, den es stört, in Frankreich zu sein, so soll er sich nicht dabei stören lassen, jenes Land zu verlassen, das er nicht liebt", sagte Sarkozy und fuhr fort: "Jene, die Frankreich nicht lieben, die alles verlangen, ohne ihm etwas geben zu wollen, denen sage ich, dass sie nicht verpflichtet sind, auf dem Staatsgebiet zu bleiben." Der UMP-Chef hatte ähnliche Worte bereits ein erstes Mal vor Parteianhängern am 22. April verwendet und dafür heftige Kritiken seitens der Opposition geerntet. Nun wandte er die Argumente erstmals bei einer öffentlichen politischen Versammlung an.

Jüngst hatte Sarkozy im Senat in erster Lesung ein umstrittenes Ausländergesetz durchgebracht, welches das Prinzip der "ausgewählten Einwanderung" einführt. Diese gibt "qualifizierten Einwanderern" beim Erhalt einer Aufenthaltsgenehmigung der Vorrang. Erschwert wird dagegen die Zusammenführung von Gastarbeiterfamilien. Den Kampf sagt der Innenminister in dem Gesetz der illegalen Einwanderung und den Scheinehen an. (APA)

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