AK-Test: Jede sechste Telefonzelle nicht benutzbar

17. Juli 2006, 10:39
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Verschlechterung gegenüber 2005 - Telefonbücher fehlten gänzlich - Telekom gibt Vandalismus die Schuld

Wer ohne Handy oder Festnetzanschluss telefonieren will, hat in jeder sechsten Wiener Telefonzelle kein Glück: Bei einem Test der Arbeiterkammer Wien (AKW) im vergangenen April funktionierten rund 18 Prozent der Apparate nicht oder waren nur für Notrufe benutzbar. Telefonbücher seien aus allen 216 getesteten Häuschen verschwunden, teilte die AKW am Freitag in einer Aussendung mit. Von der zuständigen Telekom forderten die Konsumentenschützer ein besseres Service.

Gegenüber dem Vorjahr stelle das Ergebnis eine Verschlechterung dar, sagte Daniela Zimmer von der AKW. 2005 waren 15 Prozent der Telefonhütten - also etwa eine von sieben - defekt oder nur für Notrufe benutzbar. Bei dem Test 2006 präsentierten sich rund 40 Prozent der Standorte (2005: knapp die Hälfte) verschmutzt oder beschmiert. Einige wurden laut AKW zum Müllkübel umfunktioniert. Auch zerschlagene Scheiben seien den Testern aufgefallen. Informationen über Preise fehlten in vier von zehn Häuschen.

Mindestausstattung fehlt

Nach den Telekom-Vorschriften müssen Fernsprechzellen flächendeckend eine Mindestausstattung haben, kritisierten die Konsumentenschützer. Durch Marktliberalisierung und Handyentwicklung hätten diese den "Schwarzen Peter gezogen", meinte Zimmer. Touristen oder WienerInnen, die kein Festnetz- oder Mobiltelefon haben, seien auf öffentliche Telefonzellen angewiesen. Auch in Notfällen sei das Funktionieren der Apparate entscheidend, sagte sie.

Seit 2004 hat die AK Wiener Telefonzellen im Visier. Im April 2006 wurden 216 Telefonzellen an 84 Hauptverkehrsrouten, in U-Bahn-Nähe und an Randlagen getestet.

Telekom: "Aufwand erhöht"

Laut Telekom Austria sei der Test schlecht ausgefallen, weil "der Vandalismus im Zunehmen" sei. Aufwände für die Reinigung und Behebung der Schäden seien erhöht worden, sagte Unternehmenssprecherin Sigrid Bachinger: "Selbstverständlich kommen wir unserer Verpflichtung nach", meinte sie zur Aufforderung der Konsumentenschützer, die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten und das Service zu verbessern. (APA)

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