Heute: Mexiko fordert Argentinien

24. Juni 2006, 23:36
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Kapitän Marquez: "Wür­den Fußball-Geschichte schreiben" - Favorit Argentinien vertraut am Samstag seinem Talent

Leipzig - Argentinien hat sich in der Gruppenphase der Fußball-WM 2006 in Deutschland unter anderem mit einem 6:0-Kantersieg gegen Serbien-Montenegro in den Kreis der Topfavoriten auf den WM-Titel geschossen. Im Achtelfinale trifft der Weltmeister von 1978 und 1986 am Samstagabend (21:00 Uhr) in einem lateinamerikanischen Klassiker auf Mexiko. Die Mexikaner hatten sich zwar in Pool D nur mit Mühe als Gruppenzweiter hinter Portugal qualifiziert, gelten aber auch in Argentinien als gefährlicher Außenseiter.

"Gegen Mexiko ist es nie einfach. Sie können jederzeit Tore schießen, sind technisch sehr stark und konkurrenzfähig", sagte Argentiniens Coach Jose Nestor Pekerman, der im abschließenden Gruppenspiel gegen die Niederlande (0:0) einige seiner Stars geschont hatte. Gegen die Mexikaner wird er weitgehend auf jene Mannschaft setzen, die in der schwierigen Gruppe C ein Torverhältnis von 8:1 herausgeschossen hat, und damit vorerst auch die Jungstars Lionel Messi und Carlos Tevez auf die Bank beordern.

"Immer gut gegen Argentinien gespielt

Die Teams kennen sich nicht zuletzt von den Copa-America-Turnieren, zu denen Mexiko seit 1993 eingeladen wird, sehr gut. "Wir haben bei wichtigen Anlässen gegen Argentinien immer gute Spiele abgeliefert", meinte Mexiko-Kapitän Rafael Marquez von Champions-League-Sieger FC Barcelona. "Wir haben sicherlich keine Angst. Mit einem Sieg würden wir Fußball-Geschichte schreiben." Wenngleich Argentinien der große Favorit in der spanischsprachigen Angelegenheit bleibt.

Beim Confederations Cup im vergangenen Jahr in Deutschland hatten sich die Mexikaner den Argentiniern im Halbfinale nach einem 1:1 erst im Elfmeterschießen mit 5:6 geschlagen geben müssen. Bei der Copa America 2004 in Peru siegte "El Tri" in der Gruppenphase sogar 1:0. "Sie haben es uns immer schwer gemacht", meinte Argentinien-Verteidiger Roberto Ayala. Das einzige Duell auf WM-Niveau hatten die "Gauchos" 1930 in Uruguay allerdings mit 6:3 für sich entschieden.

Effizienz gefordert

"Wir müssen vor allem an unserem Abschluss arbeiten, denn so viele Chancen werden wir nicht bekommen", meinte Mexikos in Argentinien geborener Teamchef Ricardo La Volpe ("Ich fühle mich als Mexikaner"). Dieser könnte neben Jose Francisco Fonseca Stürmerstar Jared Borgetti zurück in die Mannschaft bringen, der zuletzt zwei WM-Spiele wegen einer Muskelverletzung im Oberschenkel versäumt hatte. "Von mir aus ist es möglich, zu spielen, aber die Entscheidung liegt allein beim Trainer", erklärte Borgetti.

Die Mexikaner waren bei den vergangenen drei WM-Endrunden jeweils im Achtelfinale gescheitert. Lediglich bei den Heim-Turnieren 1970 und 1986 hatte es für die aktuelle Nummer vier der FIFA-Weltrangliste zum Viertelfinale gereicht. "Eine weitere Chance lassen wir uns nicht nehmen", versprach Marquez. "Auch wenn wir gegen Argentinien ein hartes Stück Arbeit vor uns haben." Vor allem, um die geballte Offensiv-Power der "Gauchos" zu stoppen.

Messi und Tevez auf der Bank

Hernan Crespo und Maxi Rodriguez halten bei jeweils zwei Turnier-Toren, dazu kommen mit Juan Roman Riquelme einer der wahrscheinlich besten Regisseure der Welt und mit Javier Saviola einer der technisch stärksten Stürmer. Und auf der Bank warten Messi und Tevez nur darauf, auf das mexikanische Tor losgelassen zu werden. Die Schmach vom Vorrunden-Aus bei der WM 2002 ist längst vergessen, nur vier Spieler davon stehen noch im Kader. Pekerman hat als ehemaliger Nachwuchs-Trainer seine eigene Erfolgsgeneration geformt.(APA)

  • ARGENTINIEN - MEXIKO (Zentralstadion Leipzig, 21:00 Uhr, SR: Massimo Busacca/Schweiz)

    Argentinien: 1 Abbondanzieri - 4 Coloccini, 2 Ayala, 6 Heinze, 3 Sorin - 18 Maxi Rodriguez, 8 Mascherano, 5 Cambiasso - 10 Riquelme - 7 Saviola, 9 Crespo Es fehlen: Burdisso (Seitenband-Verletzung im Knöchel), Luis Gonzalez (Leistenverletzung)

    Mexiko: 1 Sanchez - 4 Marquez, 5 Osorio, 3 Salcido - 16 Mendez, 6 Torrado, 7 Zinha, 8 Pardo, 14 Pineda - 17 Fonseca, 9 Borgetti oder 19 Bravo Es fehlt: Luis Perez (gesperrt) Fraglich: Borgetti (Muskelverletzung im Oberschenkel)

    • Bild nicht mehr verfügbar

      Der mexikanische Trainer: "El Flupe" La Volpe.

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