eCard unbekannt

21. Juli 2006, 11:30
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Schwierigkeiten im Ausland, denn Ärzten ist die eCard oft unbekannt - Was tun wenn die Karte unterwegs nicht akzeptiert wird?

Wien - Seit einem Jahr ist die e-card im Umlauf. Für viele wird die kleine mintgrüne Versicherungskarte aber erst jetzt zu Beginn der Hauptreisezeit richtig interessant.

Europäische Krankenversicherungskarte

"Auf ihrer Rückseite befindet sich die 'Europäische Krankenversicherungskarte', kurz EKVK genannt. Diese ersetzt in zahlreichen europäischen Ländern den ehemaligen Urlaubskrankenschein", erklärt ÖAMTC-Touristikerin Tanja Gems.

"Allerdings kommt es im Ausland zu Schwierigkeiten. Jüngster Fall ist eine Patientin, die bei einem Kurzurlaub in Deutschland wegen starker Schmerzen zwei Ärzte aufsuchen musste. Beide waren über die Karte weder informiert noch konnten sie etwas damit anfangen."

Theoretisch alle informiert

"Wir fragten beim Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger nach", erklärt Gems. Von dort hieß es, dass davon auszugehen ist, das Ärzte und Leistungsbringer, die in einem Vertragsverhältnis zu den Krankenversicherungsträgern in den EU-Ländern, den EWR-Staaten und der Schweiz stehen, über sämtliche zu erbringende Leistungen informiert sind. Ob die Praxis die Theorie bestätigt, wird die kommende Urlaubssaison zeigen.

Vertragspartner im Ausland

"Was uns laut Hauptverband nicht gesagt werden konnte, ist, wie ich als Reisender herausfinde, welche Ärzte in einem Vertragsverhältnis stehen", kritisiert die ÖAMTC-Touristikerin. Eine Hilfestellung gibt es im Internet (siehe Link). Dieser beinhaltet eine Behördendatenbank, wo die Versicherungsträger vom jeweiligen Land eingesehen werden können.

Wenn der Arzt die Karte nicht akzeptiert

"In einem derartigen Fall bleibt dem Patienten nichts anderes übrig, als die Arzt- oder Spitalsbehandlung selbst zu bezahlen", sagt Gems. Ob dies direkt vor Ort erfolgen muss oder die Rechnung dem Patienten zugeschickt wird und dann per Überweisung im Nachhinein gezahlt werden kann, hängt vom behandelnden Arzt oder dem Krankenhaus ab.

Kostenrückerstattung

Man erhält eine Kostenrückerstattung in der Heimat lediglich in der Höhe des Betrages, der bei der gleichen Erkrankung in Österreich aufzuwenden gewesen wäre und diese Rückzahlung kann zum Teil weit unter den tatsächlich angefallenen Kosten liegen.

Wo ist die Europäische Krankenversicherungskarte gültig?

Sie gilt sowohl in allen EU-Mitgliedsstaaten als auch EWR-Staaten (Norwegen, Island, Liechtenstein) und der Schweiz. Für Auslandsreisen außerhalb der EU, wie in die Türkei oder weiter entfernte Länder ändert sich durch die Krankenversicherungskarte nichts. Für Reisen nach Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Mazedonien, Serbien, Montenegro und in die Türkei gibt es bilaterale Anspruchsbescheinigungen, die man über Arbeitgeber oder Sozialversicherung bestellen kann. (red)

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