Michael Jackson wieder vor Gericht

30. Juni 2006, 13:49
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"Geldkühe" und Millionenbetrug, Verschwendung und Vertragsbruch werden ihm vorgeworfen

Los Angeles - Millionenschulden und Vertragsbruch, Kühe als Geldquelle, Verschwendung und Schwindler. Das sind nur einige Reizworte im neuen Prozess gegen Popstar Michael Jackson, die in den nächsten Wochen zu hören sein werden. Ein früherer "Jacko"-Berater, der sich betrogen fühlt, hat den Sänger auf Schadenersatz in Millionenhöhe verklagt.

Am 26.Juni soll in Los Angeles eine Jury gewählt werden. Ein Medien- und Fanrummel wie vor einem Jahr, als Jackson in Santa Maria vom Vorwurf des Kindesmissbrauchs freigesprochen wurde, ist aber nicht zu erwarten.

Einblick in "Michaels Welt"

Der einstige "King of Pop", der seither mit seinen drei Kindern in Bahrain wohnt, werde - wenn überhaupt - erst zum Prozessende erscheinen, sagte sein Anwalt Thomas Mundell den "New York Daily News". Einen spannenden Einblick in "Michaels Welt" wird es dennoch geben, kommentiert die Zeitung. Der bitterböse Schlagabtausch hat längst begonnen. Jackson sei ein "Meister im Manipulieren" und obendrein ein maßloser Geldverschwender, heißt es in der Klageschrift des früheren Geschäftspartners Marc Schaffel. Der Amerikaner, der sein Geld unter anderem als Produzent von Pornofilmen verdient, fordert von Jackson 3,8 Millionen Dollar (3,02 Millionen Euro).

Diese Schulden hätten sich seit 2001 zusammengeläppert, zählt der Kläger auf: Teils nicht zurück gezahlte Kredite, Entgelt für seine Arbeit an einer Benefiz-CD, eine Beteiligung an dem Erlös von zwei Fernsehproduktionen, die Jacksons angeschlagenen Ruf wieder aufbessern sollten. Laut Klageschrift lieh sich der Sänger von Schaffel unter anderem 600.000 Dollar für ein Schmuckstück, das Elizabeth Taylor gefallen hatte. Im Gegenzug willigte die Schauspielerin ein, sich in einem von Jackson gedrehten Video positiv über den Sänger zu äußern. Marlon Brando soll eine Million Dollar im Austausch für seinen Auftritt bei zwei Jackson-Konzerten in New York sowie in einem Musikvideo des Popstars erhalten haben.

Riesige Geldsummen

Jacksons "exzessiver Drogen- und Alkoholkonsum habe ihn zu überzogenen Forderungen für riesige Geldsummen und extravagante Anschaffungen getrieben", hält Schaffel dem Sänger vor. Jackson habe selbst nie Kreditkarten oder Bargeld bei sich gehabt, sondern alle Zahlungen von seinen Beratern erledigen lassen. Dabei habe er sich gerne als Künstler ausgegeben, der von Gelddingen nichts verstehe.

Jackson, der jegliche Schuld und Schulden von sich weist, konterte mit einer Gegenklage. Schaffel sei ein "professioneller Schwindler", der Hunderttausende Dollar unrechtmäßig eingesteckt habe, heißt es darin. Der Popstar habe sich umgehend von dem Berater getrennt, als er von dessen dubiosen Kontakten zur Pornoindustrie erfuhr.

Videobotschaften

Statt persönlich in Los Angeles vor Gericht zu erscheinen, zeichnete Jackson im Mai in London zwei Videobotschaften auf. In einem bizarren Wortwechsel mit Schaffels Anwalt Howard King verwies der Sänger auf eine große Kuhherde auf seiner kalifornischen Neverland-Ranch als zuverlässige Geldquelle. "All ihr Bargeld, wenn Sie einkaufen wollen oder für andere Dinge, kommt von den Kühen?", frotzelte King. "Ja, ob Sie es glauben oder nicht", konterte Jackson.

Der angebliche Geld- und Milchhahn auf Neverland dürfte inzwischen versiegt sein. Im März machte Jackson sein Luxusanwesen im hügeligen Hinterland des kalifornischen Küstenortes Santa Barbara dicht. Die meisten exotischen Tiere des Entertainers haben ein neues Zuhause gefunden. Jacksons Tiger, Sabu und Thriller, lebten jetzt in dem Wildtiergehege Shambala Preserve, das die Schauspielerin und Tierschützerin Tippi Hedren betreibt, berichtete der "San Francisco Chronicle" kürzlich.

Neben der Schadenersatzklage kommen weitere Gerichtsduelle auf Jackson zu. Vor einem Familiengericht in Los Angeles geht der Sorgerechtsstreit mit Ex-Ehefrau Debbie Rowe um die beiden Kinder Prinz Michael (8) und Paris (7) weiter. Sie möchte den gemeinsamen Nachwuchs aus der kurzen Ehe mit dem Sänger wieder nach Kalifornien zurückholen. (APA/dpa)

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