Der Salzburger nahm's gelassen

23. Juni 2006, 10:29
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Niko Kovac nach Kroatiens WM-Aus: "Schon gut, dass wir überhaupt dabei waren" - WM für Austrias Tokic "ein schönes Erlebnis"

Stuttgart - Der künftige Red-Bull-Salzburg-Spieler Niko Kovac hat auf das Ausscheiden von Kroatien bei der Fußball-Weltmeisterschaft gelassen reagiert. "Wir sind ein Land mit viereinhalb Millionen Einwohnern. Da ist es schon gut, dass wir überhaupt dabei waren", erklärte der kroatische Teamkapitän am Donnerstag in Stuttgart nach dem 2:2-Remis gegen Australien, das den WM-Abschied der Balkan-Truppe besiegelte.

"Natürlich ist es traurig, dass wir nicht weitergekommen sind. Wir waren in unseren drei Spielen nicht die schlechtere Mannschaft, aber das Glück hat der Tüchtige, und wir waren diesmal nicht tüchtig genug", meinte der 34-Jährige, der seine Elf mit dem Treffer zum 2:1 kurzzeitig auf den Weg in die Runde der letzten 16 geschossen hatte.

Kroatien müsse sich trotz des dritten WM-Platzes 1998 damit abfinden, im Welt-Fußball kleinere Brötchen zu backen. Immerhin habe sein Land seit der Eigenständigkeit an fünf von sechs Groß-Veranstaltungen (nur bei der EURO 2000 war man Zuschauer) teilgenommen. "Da gibt es ganz andere Länder, die das nicht geschafft haben."

Kovac trat unmittelbar nach dem Endrunden-Out seinen Urlaub an, in dem er seine Entscheidung treffen will, ob er auch künftig für das Team mit den Schachbrett-Trikots spielen wird. Ebenfalls noch offen ist, wann genau er zu den "Bullen" stößt - dafür ist er sich über die Ziele mit seinem neuen Verein bereits im Klaren. "Salzburg war letzte Saison Zweiter, heuer zählt nur der erste Platz." Im internationalen Geschäft sei zunächst Geduld gefragt. "Die Champions League zu erreichen wird nicht leicht, das Ziel muss aber zumindest der UEFA-Cup sein."

Größter Gegner der Mozartstädter im Kampf um den österreichischen Titel wird wohl der Double-Gewinner Austria sein, bei dem der Kovac-Landsmann Mario Tokic unter Vertrag steht. Der Verteidiger musste die WM zwar ebenso wie sein (Noch-)Klubkollege Joey Didulica von der Ersatzbank aus mitverfolgen, zog aber dennoch ein positives Resümee. "Wir haben zwar erwartet, ins Achtelfinale zu kommen, aber es war trotzdem ein schönes Erlebnis. Die Organisation, die Stimmung und die Stadien waren einfach perfekt."(APA)

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    Von der WM in den Urlaub: Niko Kovac.

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