Zustand der Telefonzellen von Jahr zu Jahr schlechter

30. Juni 2006, 10:12
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AK-Test: Jede sechste getestete Telefonhütte nicht nutzbar - Telefonbücher in allen untersuchten Zellen verschwunden

Unbefriedigender als im Vorjahr ist der Zustand der Wiener Telefonzellen. War im Vorjahr jede siebente untersuchte Telefonhütte defekt oder nur für Notrufe benutzbar, so ist es heuer jede sechste. Das zeigt ein Test der Arbeiterkammer Wien von 216 Telefonzellen an 84 Wiener Standorten. Außerdem fehlten überall Telefonbücher, bei über 40 Prozent waren Preisinformationen Mangelware. Die AK Konsumentenschützer verlangen von der Telekom ein besseres Service: gesetzliche Vorgaben sind einzuhalten.

Seit 2004

Seit 2004 stehen öffentliche Wiener Telefonzellen auf dem Prüfstand der AK Konsumentenschützer: Sind sie in Ordnung und gut ausgestattet, wie es die Universaldienstverordnung verlangt? Im April 2006 wurden 216 Telefonzellen an 84 Hauptverkehrsrouten, in U-Bahn-Nähe und an Randlagen in Wien getestet.

Handy statt Zelle

Nach den Telekom-Vorschriften müssen Fernsprechzellen flächendeckend eine Mindestausstattung haben. "Leider haben Telefonhüttln durch Marktliberalisierung und Handyentwicklung den schwarzen Peter gezogen", bedauert AK Konsumentenschützerin Daniela Zimmer, "obwohl sie im Notfall, wenn etwa kein Handy zur Hand ist, entscheidend sein können." Auch benachteiligte Menschen, die kein Fest- oder Mobilnetz haben, oder Touristen sind auf öffentliche Telefonzellen angewiesen. "Daher müssen sie funktionieren und sauber sein", sagt Zimmer.

Verschlechterung

Der jüngste AK Test zeigt: Rund 18 Prozent der Telefonapparate (38) funktionierten nicht: Davon war jeder zwölfte Apparat defekt, und jede zehnte Hütte war nur für Notrufe benutzbar. "Das ist gegenüber dem Vorjahr eine Verschlechterung", sagt Zimmer, "2005 waren 15 Prozent der Telefonhütten nicht benutzbar." 39 Prozent der Standorte (2005: 49 Prozent) waren in einem schlechten Zustand: Sie waren von Vandalismus betroffen, verschmutzt, beschmiert, in manchen war Abfall gelagert oder sie waren überhaupt demoliert, z. B. zerschlagene Scheiben.

Störung - was tun?

In jeder dritten Zelle vermissten die AK Tester einen Hinweis, wohin sich der Nutzer bei einer Störung wenden kann (2005: 30 Prozent). Wer Telefonnummern sucht, hat überhaupt Pech: Fehlten schon 2005 in einem Großteil der Telefonhäuschen Telefonbücher, fanden heuer die AK Tester in keiner der getesteten Hütten Telefon- oder Branchenverzeichnisse. "Wer die Telefonauskunft 11 88 77 anruft, zahlt 1,35 Euro pro Minute", erklärt Zimmer.(red)

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