"Eingeschränkte Sichtweisen" im MoMA New York

28. Juni 2006, 13:47
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Stararchitekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron als Kuratoren

New York - Die Schweizer Stararchitekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron eröffnen als Kuratoren die Ausstellungsreihe "Artists Choice" im New Yorker MoMA. Die von ihnen zusammengestellte Schau "Eingeschränkte Sichtweisen" zeigt bis 25. September über hundert Werke berühmter Künstler der Moderne wie Joseph Beuys, Salvador Dali, Pablo Picasso oder Andy Warhol. Zu sehen sind auch internationale Filmregisseure wie Martin Scorsese, Francis Ford Coppola oder die Gebrüder Coen. Selbst Tupperware wird zum Kunstobjekt erhoben.

Die beiden Architekten wählten Stücke aus der reichen Sammlung des berühmten New Yorker Museums aus und präsentieren diese nun nach ihren Vorstellungen und Inspirationen. Nicht ihre eigenen künstlerischen Vorlieben hätten sie in den Vordergrund stellen wollen, schreiben Herzog & de Meuron im Ausstellungsprogramm. "Wie hätten wir die Rosinen herauspicken können, wenn da nur Rosinen sind?" Also beschränkten sich die beiden Architekten darauf, die Sicht auf die Kunstwerke zum Thema zu machen.

Ritzen in der Wand

Die Wahrnehmung des Besuchers schränken Herzog & de Meuron dadurch ein, dass die Kunstwerke nur aus einem einzigen schwarzen Raum durch schmale Schlitze betrachtet werden können. Die Ritzen in der östlichen Wand geben den Blick auf Architektur und Design frei, im Norden lassen sich Fotografien erspähen, der Westen öffnet die Sicht auf Malerei und Skulptur.

Von der Decke strahlen die Bildschirme mit den Filmausschnitten. Spiegel und Schlitze laden den Besucher dazu ein, die Ausschnitte aus verschiedenen Blickwinkeln zu sehen. Die Anordnung erinnert an eine Kapelle, die zwar der Kunst gewidmet ist, aber die Gewalttätigkeit und das Animalische der Menschen reflektiert. (APA/sda)

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