Deutsche Wüstenrot will bis zu 1.000 Stellen streichen

11. Juli 2006, 09:44
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Deutschlands drittgrößte Bausparkasse Wüstenrot will in den kommenden zweieinhalb Jahren etwa jeden vierten Arbeitsplatz abbauen

Stuttgart - Deutschlands drittgrößte Bausparkasse Wüstenrot will in den kommenden zweieinhalb Jahren etwa jeden vierten Arbeitsplatz streichen. "Bis 2008 müssen wir bei der Bausparkasse und der Bank insgesamt 800 bis 1.000 Arbeitsplätze abbauen", heißt es in einem Mitarbeiterschreiben der Wüstenrot Bausparkasse AG, das Reuters vorliegt. Die Mitarbeiterzahl in beiden Bereichen beläuft sich auf insgesamt 3.600. Ein Sprecher bestätigte die Pläne am Donnerstag auf Anfrage und sagte, betriebsbedingte Kündigungen seien nicht auszuschließen. Das Unternehmen strebe aber eine sozialverträgliche Lösung an.

Die Wüstenrot-Mutter, der Stuttgarter Finanzkonzern Wüstenrot & Württembergische, hatte im Frühjahr Alexander Erdland als neuen Chef an Bord geholt. Erdland war zuvor Chef des deutschen Branchenprimus Schwäbisch Hall. Der langjährige W&W-Chef Gert Haller war Ende vergangenen Jahres dem Ruf von Bundespräsident Horst Köhler (CDU) gefolgt und ist jetzt dessen Büroleiter. Haller und Köhler haben lange im Bundesfinanzministerium zusammengearbeitet.

Einbußen im Neugeschäft

Im Wettbewerb mit Schwäbisch Hall hatte Wüstenrot zuletzt Einbußen im Neugeschäft und bei der Baufinanzierung erlitten, der Branchenprimus hatte dagegen 2005 Marktanteile gewonnen. Mitte des Jahres scheidet Wüstenrot-Chef Klaus Rösch aus und geht in den Ruhestand. Er hatte angekündigt, die Verwaltung verstärkt zu automatisieren und den Vertrieb anzukurbeln.

Einen ersten Personalschnitt hatte Wüstenrot bereits vor wenigen Wochen mit der Halbierung der Verwaltungsstellen bis 2008 angekündigt. Die Zahl der für interne Arbeiten und die Kreditbearbeitung zuständigen Filialen in Deutschland soll auf neun von derzeit 19 reduziert werden. 170 Mitarbeiter sollen als Frühpensionäre ausscheiden oder neue Arbeitsplätze im Konzern erhalten. "Wir wollen den Stellenabbau so sozialverträglich wie möglich gestalten", hatte ein Sprecher gesagt.

Aktien legten zu

W&W betreut insgesamt rund 6,5 Millionen Bank- und Versicherungskunden Kunden und wird mehrheitlich von der Wüstenrot Holding kontrolliert. Die zu knapp zwölf Prozent im Streubesitz befindlichen W&W-Aktien legten am Donnerstag um gut vier Prozent auf 19 Euro zu. (APA/Reuters)

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