Erneut Mordanklage gegen acht US-Soldaten

26. Juni 2006, 17:57
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Vorwurf: Tötung eines irakischen Zivilisten

Washington/Bagdad - Die US-Armee hat gegen sieben amerikanische Soldaten und einen Militärmediziner Mordanklage wegen der Tötung eines irakischen Zivilisten erhoben. Allen acht Männern droht im Falle einer Verurteilung die Todesstrafe, teilte die US-Marineinfanterie mit.

In allen Fällen laute die Anklage auf vorsätzlichen Mord, Diebstahl, Verschwörung, Hausfriedensbruch, Entführung und Rechtsbehinderung. Fünf von ihnen werde zudem vorgeworfen, offizielle Falschaussagen gemacht zu haben.

Die Marineinfanterie nehme Vorwürfe über Verfehlungen seiner Mitglieder sehr ernst und sei der Aufklärung solcher Vorwürfe verpflichtet, sagte ein Militärvertreter vor Journalisten im kalifornischen Camp Pendleton, wo die Männer in Haft sitzen.

Ihnen wird vorgeworfen, im April einen 52-jährigen behinderten Iraker durch einen Schuss ins Gesicht getötet zu haben. Dann sollen sie ein Gewehr und eine Schaufel neben die Leiche gelegt haben, um den Eindruck zu erwecken, er habe eine Bombe an der Straße vergraben wollen. Der Zwischenfall hatte sich am 26. April in der Stadt Hamdania ereignet.

Wegen eines getrennten Vorfalls wurde dem Militär zufolge ein vierter US-Soldat wegen vorsätzlichen Mordes angeklagt. Gegen drei Soldaten war in dem Fall bereits Anklage erhoben worden. Sie sollen am 9. Mai im Irak drei Gefangene erschossen haben. Auch diesen vier Soldaten droht im Falle einer Verurteilung die Todesstrafe. (DER STANDARD, Printausgabe, 23.6.2006)

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