Untersuchungsgruppe zu ORF-Interna kann Arbeit aufnehmen

29. Juni 2006, 14:53
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Einigung auf Buchner, Czöppan, Lesnik, Rupp, Spera, Wendl als Mitglieder, Oberhammer als Vorsitzenden - Ergebnis bis 28. Juli

Die ORF-Geschäftsführung und die Personalvertreter haben sich endgültig auf die sechsköpfige "Gruppe" geeinigt, die kolportierte ORF-interne Vorwürfe untersuchen will. Laut einem internen Schreiben von ORF-Generaldirektorin Monika Lindner werden in dieses Gremium von Unternehmensseite Personalchef Wolfgang Buchner, Gleichbehandlungsbeauftragte Monika Rupp und Kulturchefin Margit Czöppan entsandt. Für die Belegschaft nehmen Redakteursrat Fritz Wendl, Betriebsrat Fernsehen-Programm Josef Lesnik sowie "Zeit im Bild"-Sprecherin Danielle Spera teil.

Die sechs Mitglieder wählen sich ihren Vorsitzenden selbst, der frühere ORF-Generalintendant Otto Oberhammer ist dafür vorgesehen. Er möchte den Vorsitz unter der "Überschrift Fairness" führen. Bis 28. Juli soll die "Gruppe" nun erkunden, was an diversen Vorwürfen, von "frauenfeindlichen Äußerungen" gegenüber Mitarbeiterinnen, über die "Bedrohung" von Mitarbeitern mit "Karriereauswirkungen" sowie "behauptete Manipulation der Berichterstattung" dran ist.

Die Einrichtung dieser "Gruppe", die ursprünglich als Kommission firmieren sollte, hatte vergangene Woche der ORF-Stiftungsrat mit Ach und Krach beschlossen. Ein Großteil der genannten Vorwürfe bezieht sich auf Chefredakteur Werner Mück, dieser wurde aber im Beschluss nicht namentlich genannt. Mück selbst hatte es begrüßt, dass "pauschale Gerüchte als solche entlarvt" würden.

Doch um die Konstituierung der "Gruppe" hatte es in den vergangenen Tagen erheblichen Wirbel gegeben. Die Belegschaftsvertreter orteten bei gleich mehreren von ORF-Generaldirektorin Lindner nominierten Mitgliedern Befangenheit. Schlussendlich sitzen nun Religionschef Gerhard Klein sowie der bürgerliche Zentralbetriebsrat Roland Schmidl nicht im Gremium. Letzterer übte am Donnerstag harsche Kritik, auch an Lindner selbst, der er "Führungsschwäche" attestierte.

Walter Meischberger, von der Bundesregierung auf einem BZÖ-Tickent entsandter Stiftungsrat, begrüßte die Einsetzung der "Gruppe" unter Oberhammers Leitung als "wichtigen und richtigen Schritt zur Aufklärung und Versachlichung kolportierter Vorwürfe". In einer Aussendung sprach er sich dafür aus, "diese Gruppe nun ungestört arbeiten zu lassen und auch die Geschäftsführung nicht mit der Ankündigung weiterer Sondersitzungen des Stiftungsrats unter Druck zu setzen". Ähnlich Stiftungsratsvorsitzender Klaus Pekarek: Die Gruppe solle "frei von Zurufen, welcher Art auch immer" arbeiten, erklärte er. (APA)

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