EU mahnt größere Anstrengungen beim Klimaschutz ein

12. Juli 2006, 14:17
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Europäische Energieagentur: "Tendenz in die falsche Richtung"

Brüssel/Kopenhagen/Paris - Die EU-Kommission hat die Mitgliedstaaten zu größeren Anstrengungen im Klimaschutz aufgefordert. Umweltkommissar Stavros Dimas sagte am Donnerstag in Brüssel, andernfalls drohe die Gefahr, die im Klimaschutzprotokoll von Kyoto vorgegebenen Ziele nicht zu erfüllen. Nach EU-Daten nahm der Ausstoß von Treibhausgasen in den 15 alten EU-Staaten von 2003 auf 2004 um durchschnittlich 0,3 Prozent zu.

Wie die Europäische Energieagentur (EEA) in Kopenhagen mitteilte, stieg der Ausstoß der Klimakiller in den 25 EU-Staaten im Jahr 2004 um 0,4 Prozent an. Damit wurden 19,8 Millionen Tonnen mehr Treibhausgase in die Atmosphäre geblasen als noch im Vorjahr.

In den 15 alten EU-Staaten belief sich die Erhöhung auf 0,3 Prozent oder 11,5 Millionen Tonnen. Die Unterzeichnerstaaten des Kyoto-Protokolls hatten sich verpflichtet, die Treibhausgas-Emissionen bis 2012 gegenüber dem Stand von 1990 um durchschnittlich 5,2 Prozent zu verringern.

Reduzierung

Laut der Energiebehörde erreichten alle 25 EU-Staaten bisher eine Reduzierung von 4,8 Prozent. Dagegen konnten die 15 alten EU-Länder nur einen Rückgang um 0,9 Prozent verzeichnen. Grund für den stärkeren Rückgang in der erweiterten EU dürfte der Abbau großer Teile der Schwerindustrie nach dem Fall des Eisernen Vorhangs in Osteuropa sein. "Die Tendenz geht noch immer in die falsche Richtung", erklärte die Agentur. "Europa muss alle vorgesehenen Politiken und Maßnahmen anwenden, um die Treibhausgasemissionen zu reduzieren."

Angesichts der hohen Preise für Öl und Kohle betonte unterdessen die Internationale Energieagentur (IEA) in Paris, mit dem Einsatz moderner Energietechnologien könnten enorme Fortschritte bei der Sicherung der langfristigen Versorgung gemacht werden. Es müsse aber "schnell und entschlossen" gehandelt werden, um eine ausreichende Palette von Technologien zur Verfügung zu haben, erklärte IEA-Chef Claude Mandil. Die wichtigsten seien dabei die zur Verbesserung der Energieeffizienz, der Eindämmung des CO2-Ausstoßes, erneuerbare Energien und die Atomenergie. "Wir haben die Mittel, zur Zeit braucht es den Willen."

Die IEA ist im vergangenen Jahr von den G-8-Staaten beauftragt worden, Strategien zur Sicherung der Energieversorgung zu unterbreiten. Sie soll dazu "alternative Energieszenarien und -strategien mit dem Ziel einer sauberen, intelligenten und wettbewerbsfähigen Zukunft vorschlagen". Mandil wollte nicht darüber spekulieren, ob es beim kommenden G-8-Gipfel vom 15. bis zum 17. Juli in St. Petersburg schon politische Weichenstellungen dazu geben könnte.

(APA/AP)

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