"Wie auf einem Holodeck des Raumschiff Enterprise"

25. Juni 2006, 11:00
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"Dave", ein an der TU Graz entwickeltes Visualisierungssystem, lässt in den dreidimensionalen Raum eintauchen

Graz - "Dave" (Definitely Affordable Virtual Environment) nennt sich ein neues an der TU Graz entwickeltes Visualisierungssystem. Mit seiner Hilfe kann der Benutzer im Vergleich zu anderen derartigen Installationen weltweit schneller und kostengünstiger in den dreidimensionalen Raum eintauchen. Die Anwendungsbereiche reichen von Weltraumwissenschaften und Medizin bis zur Biotechnologie, so der Leiter des Institutes für Computergrafik und Wissensvisualisierung, Dieter Fellner.

Per Spezialbrille und Steuerung kann sich der Nutzer mit Dave in der virtuellen Welt bewegen und einen realitätsnahen Eindruck gewinnen, wie ein Haus aussieht, das noch gar nicht gebaut ist oder ein Auto, von dem noch kein Prototyp existiert. "Ähnliche Systeme bestehen bereits, das Neue ist aber, dass man mit der Änderung der eigenen Körperhaltung die Sichtweise im Raum ändert", erklärte Fellner. Geht man z. B. in die Hocke, betrachtet man alles aus der Froschperspektive. "Die Psychophysik wird berücksichtigt", so Fellner.

Vorteile

Vorteil von Dave sei auch, dass das System kostengünstig - wie der Name schon sagt, "tatsächlich leistbar" - sei: Das zehnköpfige Team rund um Fellner hat Standardbauteile verwendet, diese neu zusammengesetzt und die Software selbst entwickelt. Je nach Anwendung benötigt man Programme, die für Dave leichter adaptierbar sind als für bestehende Systeme. Dadurch erreicht man eine höhere Geschwindigkeit in der Darstellung.

"Es ist wie auf einem Holodeck des Raumschiff Enterprise", meinte Fellner. Dave ist ein rund elf Quadratmeter großer, begehbarer Kubus mit einer Höhe von 2,80 Metern. Der Würfel ist ausgestattet mit vier speziellen Kameras, die den Besucher "orten" und dem System dessen Position mitteilen. Per Sensor-Brille und Cursor kann sich der Betrachter durch den virtuellen Raum "bewegen". Ein Rechencluster von insgesamt elf vernetzten Prozessoren verarbeitet die Informationen.

Begonnen wurde mit der Entwicklung von Dave 1998 in Braunschweig in Deutschland. Im August des Vorjahres kam Fellner mit Team und Projekt an die TU Graz, wo Dave weiterentwickelt wurde. Neben den Anwendungsgebieten Architektur, Automobilindustrie, Weltraumwissenschaften Medizin usw. könne man sich auch vorstellen, "in die Spielzeugindustrie vorzudringen", so Fellner. (APA)

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Dave
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    Mit Hilfe von Dave, einem neuen System aus Graz, soll's "wie auf einem Holodeck des Raumschiff Enterprise" sein - virtuelle Welten werden verbessert begehbar.

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