Teilanklage gegen Linzer Finanzgruppe Imperial

4. Juli 2006, 16:05
1 Posting

Die Staatsanwaltschaft Linz hat eine Teilanklage gegen die Linzer Finanzgruppe wegen Verdachts auf Untreue erhoben

Linz - Die Staatsanwaltschaft Linz hat Teilanklage gegen die Linzer Finanzgruppe Imperial wegen des Verdachts des Verbrechens der Untreue erhoben. Man werde dagegen Einspruch erheben, erklärte der Anwalt des Unternehmens, Wolfgang Moringer, Donnerstagnachmittag im Gespräch mit der APA. Es handle sich um einen Betrag von 3,63 Mio. Euro, berichtete der Leitende Staatsanwalt Reinhard Führlinger. Weitere Erhebungen würden aber laufen.

"Wir werden Einspruch erheben", kündigte Moringer an, der die vorerst nicht rechtskräftige Teilanklage gestern, Mittwoch, zugestellt bekommen und Imperial-Geschäftsführer Faramarz Ettehadieh darüber informiert hat. Das Schreiben beruhe auf "evident falschen Sachverständigengutachten", so der Anwalt.

Zwei "unabhängige Gutachten, die Imperial eindeutig entlasten", seien von der Staatsanwaltschaft nicht entsprechend berücksichtigt worden, betonte Ettehadieh - für ihn gilt die Unschuldsvermutung - in einer Presseaussendung. Der Hinweis, dass die Beurteilung der erbrachten Leistungen von einem anderen Sachverständigen vorgenommen werden sollte, sei auf taube Ohren gestoßen. Ettehadieh: "Ein unglaubliches Vorgehen."

Vertrauen in Oberlandesgericht

Der Imperial-Geschäftsführer bezeichnete es zudem als "seltsam", dass laut Staatsanwaltschaft bei allen weiteren Beschuldigten in diesem Zusammenhang erst nach Jahren kein Grund für eine weitere gerichtliche Verfolgung gegeben sei. "Wenigstens bei meinen Mitarbeitern hat die Staatsanwaltschaft eingesehen, dass die Vorwürfe ungerechtfertigt sind. Letztendlich wird man das auch bei mir feststellen", so Ettehadieh. Er setze sein Vertrauen in das Oberlandesgericht, das auf Grund seines Einspruchs eine Begutachtung durch einen internationalen Tourismusexperten für erforderlich halten werde.

Die Linzer Finanzgruppe war im Jahr 2002 wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Betrugs und der Untreue in die Schlagzeilen geraten. Laut Gericht hätte sich der Gesamtschaden für zumindest einen Teil der rund 50.000 Imperial-Anleger möglicherweise auf 80 Mio. Euro belaufen. (APA9

Share if you care.