Heute: Schweiz reicht ein Remis

23. Juni 2006, 23:24
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Teamchef Kuhn "Wenn das Spiel unentschieden endet, bin ich sehr, sehr glücklich" - Südkoreaner spielen auf Sieg

Hannover - Die Schweizer Fußball-Nationalmannschaft geht als klarer Favorit im Rennen um den Aufstieg ins WM-Achtelfinale in das abschließende Spiel der Gruppe G gegen Südkorea am Freitag (21:00 Uhr). In Hannover reicht der "Nati" schon ein Unentschieden zum Einzug in die Runde der besten 16 Teams, während die Asiaten bei einem Remis auf die Schützenhilfe von WM-Neuling Togo, der auf Frankreich trifft, hoffen müssen. Ein Blatt, das sich schnell wenden könnte: Entscheiden nämlich die Asiaten das Duell für sich, sind die Eidgenossen bei einem französischen Sieg aus dem Turnier ausgeschieden.

"Wir wollen immer gewinnen. Aber wenn das Spiel unentschieden endet, bin ich auch sehr, sehr glücklich", gab sich Teamchef Köbi Kuhn auf Grund der Ausgangsposition bescheiden. Insgeheim dachte der 62-Jährige, der Freitag sein 50. Jubiläum auf der Schweizer Trainerbank feiert, schon an das Achtelfinale. Angesichts des möglichen Achtelfinal-Gegners Spanien "wäre es angebracht, zu gewinnen". Als Gruppenerster würden die Schweizer einem Aufeinandertreffen mit den Iberern, die bisher zwei fulminante WM-Auftritte abgeliefert haben und damit den Sieg in Gruppe H praktisch schon in der Tasche haben, aus dem Weg gehen.

Für die Schweizer wird sich der 2:0-Siegestreffer gegen Togo von Tranquillo Barnetta in Minute 88 möglicherweise noch als "Goldtor" erweisen. "Es wäre schön gewesen, wenn sie nur 1:0 gewonnen hätten", gab auch Südkoreas Cho Jae-Jin zu. Der Stürmer will sich auf Rechenspiele jedenfalls nicht einlassen. "Der Sieg der Schweiz (2:0 gegen Togo, Anm.) hat es eigentlich leicht gemacht. Wir wissen, dass wir gewinnen müssen", meinte er selbstsicher. "Vielleicht lehnt sich die Schweiz etwas zurück, weil sie nur ein Unentschieden benötigen."

Die Asiaten gehen jedenfalls mit einer zusätzlichen "Motivationsspritze" ins Spiel. Mit einem Sieg und dem damit verbundenen Aufstieg wären sieben Spieler vom 24-monatigen Militärdienst befreit. "Dafür rennt jeder um sein Leben", machte sich Teamchef Dick Advocaat Hoffnung auf sieben Dauerläufer. "Wir sind nur stark, wenn wir bis zum Schluss alles geben, gemeinsam hart arbeiten und als geschlossenes Team agieren", meinte der Niederländer.

Zuversicht schöpfen die Südkoreaner auch aus ihrer positiven Länderspiel-Bilanz. Der WM-Vierte von 2002 hat in den vergangenen 20 Spielen vor der WM nur vier Niederlagen einstecken müssen. "Ich glaube nicht, dass die Schweiz und wir gemeinsam ins Achtelfinale einziehen", machte Tottenham-Hotspur-Verteidiger Lee Young-Pyo den Schweizern keine Hoffnungen.

Beide Trainer schöpfen vor dem Spiel aus dem Vollen, die angeschlagenen Südkoreaner Park Ji-Sung, Kim Young-Chul und Lee Ho sollen bis Freitag fit werden. Lediglich die Schweiz muss auf Mittelfeldspieler Daniel Gygax, der sich gegen Togo eine Verletzung der rechten Bauchmuskulatur zuzog, verzichten. Kuhns Aussage, "mehreren Spielern eine Pause zu gönnen", dürfte angesichts der Ausgangslage wenig zuverlässig sein.(APA/SIZ/Reuters)

  • SCHWEIZ - SÜDKOREA (Hannover Stadion, 21 Uhr, Schiedsrichter Horacio Elizondo/Argentinien):

    Schweiz: 1 Zuberbühler - 23 Ph. Degen, 20 Müller, 4 Senderos, 3 Magnin - 16 Barnetta, 6 Vogel, 7 Cabanas, 8 Wicky - 11 Streller, 9 Frei Es fehlt: Gygax (Bauchmuskel-Verletzung)

    Südkorea: 1 Lee Woon-Jae - 4 Choi Jin-Cheul, 2 Kim Young-Chul, 3 Kim Dong-Jin, 12 Lee Young-Pyo - 5 Kim Nam-Il, 13 Lee Eul-Yong, 7 Park Ji-Sung, 17 Lee Ho - 11 Seol Ki-Hyeon, 19 Cho Jae-Jin

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