Investoren zeigen sich ausgabefreudig

7. Juli 2006, 11:51
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Heimische Investoren haben weiterhin die Spendierhosen an: Von Jänner bis April flossen rund zwei Milliarden Euro in ausländische Firmenbeteiligungen

Wien – Österreichische Investoren, die vor allem seit der Ostöffnung enorme Summen ins Ausland transferiert haben, bleiben auch weiterhin ausgabefreudig. Wie die Oesterreichische Nationalbank errechnet hat, wurden bis einschließlich April 2006 mit netto etwas mehr als zwei Milliarden Euro wieder um knapp eine halbe Milliarde Euro mehr investiert als ein Jahr davor.

Doch die Entwicklung ist keine Einbahnstraße: Auch der Wirtschaftsstandort Österreich zieht weiterhin Kapital aus dem Ausland an. Ausländische Investoren brachten mit rund 1,5 Mrd. Euro ebenfalls um mehr als eine halbe Milliarde mehr als in der Vorjahresperiode (Jänner bis April) in österreichische Unternehmen ein. Diese Investitionen sind Resultat “breit gefächerter Aktivitäten” hält dazu die Nationalbank fest. Gemeint ist, dass quer über alle Branchen hinweg die Direktinvestitionen Österreichs und jene aus dem Ausland auf einem weiterhin hohen Niveau bewegen.

Wertpapiere gefragt

Ebenso stellt sich die Entwicklung bei den so genannten Portfolioinvestitionen dar. Nach den Notenbank-Berechnungen veranlagten Österreicher auch heuer wieder in hohem Maße in ausländische Wertpapiere. Damit lag der Kapitalexport in den ersten vier Monaten 2006 mit knapp 25 Milliarden Euro um rund 3,5 Milliarden Euro über dem Vergleichswert des Vorjahres. Das Kaufinteresse konzentrierte sich dabei mit mehr als der Hälfte der Nettokäufe auf langfristige Schuldverschreibungen (ausländische Staatsanleihen)

Aktien/Fonds

Nettokapitalimporte, resultierend aus dem Absatz inländischer Wertpapiere an das Ausland wurden im Ausmaß von fast 20,5 Mrd. Euro registriert. Das Schwergewicht beim Auslandsabsatz waren Geldmarktpapiere im Ausmaß von mehr als sieben Milliarden Euro, wohinter Liquiditätsüberlegungen ausländischer Investoren stecken. Rund 4,5 Mrd. Euro netto und damit rund ein Fünftel der gesamten Wertpapierverkäufe an das Ausland gingen auf Aktien und Investmentzertifikate zurück.

Indes wurde auch bekannt, dass sich das Außenhandelsdefizit 2005 von rund 1,24 Mrd. Euro auf 1,79 Mrd. Euro erhöht hat. Damit ist das Defizit deutlich größer ausgefallen, als es im Februar mit 1,5 Mrd. Euro von der Statistik Austria angenommen wurde. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23.6.2006)

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