Bagdad droht Australien nach Zwischenfall mit Handelssanktionen

25. Juni 2006, 12:47
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Soldaten hatten Leibwächter eines irakischen Ministers erschossen

Bagdad - Der Irak hat Australien mit Handelssanktionen gedroht, nachdem australische Soldaten versehentlich einen Leibwächter des irakischen Handelsministers getötet hatten. Minister Abdul Falah al-Sudani fordert eine Entschuldigung der australischen Regierung und eine finanzielle Entschädigung, wie ein Sprecher am Donnerstag sagte. "Falls dies nicht passiert, wird er die Handelsabkommen zwischen den beiden Ländern überprüfen." Das australische Militär teilte mit, es bedauere den tödlichen Zwischenfall zutiefst. Eine umfassende Untersuchung sei eingeleitet worden.

Der Vorfall hatte sich am Mittwoch in der Nähe des irakischen Handelsministeriums in Bagdad ereignet. Nach Angaben eines Leibwächters verließ ein australischer Konvoi das Ministerium, als eine irakische Wagenkolonne mit den Leibwächtern die Australier überholen wollte. Nach Angaben der Polizei und des Innenministeriums hielten die ausländischen Soldaten die in zivil gekleideten Leibwächter für Aufständische und eröffneten das Feuer. Ein Leibwächter starb, drei weitere Menschen wurden verletzt.

Der Zwischenfall belastet die bereits angeschlagenen Beziehungen zwischen Australien und der neuen irakischen Regierung weiter. Nach einem Bericht der Vereinten Nationen soll der australische Weizenmonopolist AWB die gestürzte Regierung von Ex-Präsident Saddam Hussein mit millionenschweren Schmiergeldzahlungen bestochen haben. Die australische Regierung verlängerte ihre Untersuchung der Vorwürfe gegen AWB bis Ende September. (APA/Reuters)

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