"Unternehmen mit XP brauchen nicht vor 2008 auf Vista wechseln"

31. Juli 2006, 10:22
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Gartner sieht keinen Grund für einen schnellen Wechsel - Microsoft will nun jeden Monat ein neues Update veröffentlichen

Die MarktforscherInnen von Gartner haben sich nun einmal mehr zum kommenden Windows Vista und dem besten Umsteig für Unternehmen gemeldet. Aus Sicht der Analysten sollten Unternehmen einen schnellen Umsteig des gesamten Systems vermeiden - Firmen, die unter WIndows XP arbeiten brauchen vor 2008 gar nicht wechseln, so Gartner.

Mehrere Betriebssysteme nebeneinander

Entgegen der bisherigen Meinung sollten sich Unternehmen einen Betrieb mehrerer Plattformen nebeneinander überlegen. Dies wäre nämlich wesentlich kostengünstiger, so die doch etwas überraschende Ankündigung von Gartner-Analystin Annette Jump auf dem Gartner Midsize Enterprise Summit in Paris.

"Wie wechselt man auf Vista?"

"Wie wechselt man nun auf Vista? Generell sagt der Hausverstand ja, dass die Unterstützung aller UserInnen auf einen Betriebssystem billiger ist, als auf mehreren, dabei werden aber die Kosten für den Umstieg nicht eingerechnet", so Jump. "Für 60 Prozent der großen Unternehmen macht eine Phase mit mehreren Betriebssystemen nebeneinander durchaus Sinn".

Mitte 2008

Im Jahr 2004 verwendete ein Durchschnitts-Unternehmen zu 50 Prozent Windows 2000 und zu gleichen Teilen Windows XP - sofern man von reinen Windows-Umgebung spricht. 2005 hätte das Unternehmen dann nur noch 25 Prozent unter Windows 2000 laufen lassen sollen. 2006 wäre dann die 100-prozentige Migration auf XP das Ziel. Dieser Wert solle nun bis Ende 2007 gar nicht geändert werden, meint Jump. Erst Mitte 2008 sollten Unternehmen dann 25 Prozent ihrer Infrastruktur auf Vista migrieren.

12 bis 18 Monate

Gartner rechnet damit, dass ein Betriebssystem nach dem Start rund 12 bis 18 Monate Reifezeit benötigt. Mit einem Start im Jänner 2007 wäre dies dann also Mitte 2008 der Fall und erst ab diesem Zeitpunkt auch ein Thema.

Wackliger Starttermin

Aus Sicht von Jump könnte sich der Start von Windows Vista jedoch noch weiter nach hinten verschieben. Jänner 2007 erscheint zu wackelig, die Spekulationen reichen von frühestens Mätrz bis zu "noch später". Jump betonte, dass es auf das derzeit eingesetzte Betriebssystem ankäme: "Wenn Sie Windows 2000 im Einsatz haben, dann sollten sie schon jetzt mit dem Testen anfangen. Bei Windows XP können Sie sich mehr Zeit lassen und es ruhiger angehen. Ein Wechsel ist dann mit der Einführung von WinFS - Microsoft kommenden Filesystem - Mitte 2008 anzudenken.

Hardware

Auch die Hardware ist aus Sicht von Jump noch nicht wirklich zum Austauschen. Wer sein System über den gesamten Windows Vista-Zyklus halbwegs auf einem akzeptablen Niveau halten will, sollte sich erst 2007 mit neuer Hardware versorgen. "Die große Frage ist nicht, ob die Systeme Vista-tauglich sind, sondern ob Sie Vista überhaupt auf diese aufspielen werden, wenn Sie erst in gut 2 Jahren umsteigen".

Monatliche Betaversion

Mittlerweile kündigte Microsoft an, dass eine neue Vorversion von Windows Vista ab sofort monatlich veröffentlicht werden würde, solange bis man den Goldstatus der Software erreicht habe. Wie Jeff Putt, Direktor der Windows Client-Abteilung bei Microsoft Australia in einem Interview meinte, sei man derzeit auf "Fehlerjagd" und werde daher in nächster Zeit mehrere bereinigte Versionen bereit stellen.(red)

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    Und hinter mir die Sintflut - Wenn Bill Gates in zwei Jahren abdankt, werden viele Unternehmen erst mit der Migration auf Windows Vista beginnen.

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