Erster ÖGB-Präsident seit 1945 ohne Nationalratsmandat

4. Juli 2006, 15:52
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Alle vier Vorgänger Hundstorfer waren Abgeordnete

Wien - Rudolf Hundstorfer ist der erste Präsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes ohne Mandat im Nationalrat. Seine vier Vorgänger waren alle Abgeordnete der SPÖ und hatten meist auch hohe Ämter im Nationalratspräsidium inne.

So war der erste Nachkriegspräsident Johann Böhm während seiner Zeit an der Spitze des ÖGB von 1945 bis 1959 auch Zweiter Präsident des Nationalrates. Sein Nachfolger, der Baugewerkschafter Franz Olah, war von 1948 bis 1966 Abgeordneter, von 1959 bis 1961 Zweiter Nationalratspräsident.

Mächtiger Benya

Der mächtige ÖGB-Präsident Anton Benya, der von 1963 bis 1987 an der Spitze des Gewerkschaftsbundes stand, war ab 1956 SPÖ-Abgeordneter und von 1971 bis 1986 Nationalratspräsident. Benya war damit nicht nur der längst dienende ÖGB-Chef, sondern auch der mit Abstand am längsten amtierende Nationalratspräsident.

Hundstorfers Vorgänger, der mittlerweile in Ungnade gefallene Fritz Verzetnitsch, war von 1984 bis 1986 Bundesrat und anschließend - während seiner gesamten Funktionsperiode als ÖGB-Chef - bis 27. März 2006 Abgeordneter zum Nationalrat.

Teilgewerkschaften

Daneben saßen und sitzen auch zahlreiche Chefs von Teilgewerkschaften im Nationalrat: Derzeit sind das GPA-Chef Wolfgang Katzian (S) und Beamten-Gewerkschaftsboss Fritz Neugebauer (V). In jüngster Vergangenheit war etwa Ex-Metaller-Chef Rudolf Nürnberger einflussreicher SPÖ-Mandatar.

Im Nationalratspräsidium vertreten waren - neben Böhm, Olah und Benya - der damalige ÖGB-Vizeprädsident Rudolf Pöder als Nationalratspräsident von 1989 bis 1990, der frühere GPA-Chef Friedrich Hillegeist, der von 1961 bis 1962 Zweiter Nationalratspräsident war, und der ehemalige Chef der Landarbeitergewerkschaft Herbert Pansi als Dritter Nationalratspräsident im Jahr 1979. (APA)

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