Israel und Palästina in Rot-Kreuz-Bewegung aufgenommen

25. Juni 2006, 19:32
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Neben Rotem Kreuz und Rotem Halbmond wird nun auch der Rote Kristall als Symbol eingeführt

Genf - Die internationale Rot-Kreuz-Bewegung hat die Aufnahme der Partnerorganisationen aus Israel und den palästinensischen Autonomiegebieten beschlossen.

Damit wurde einem neuen Emblem als drittem Symbol zugestimmt. Neben Rotem Kreuz und Rotem Halbmond wird nun auch der Rote Kristall als Symbol eingeführt. Ein auf der Spitze stehendes rotes Quadrat auf weißem Grund.

Die israelische Partnerorganisation des Roten Kreuzes, Magen David Adom (MDA, Roter Schild Davids), bemühte sich seit den 1930er Jahren um den Beitritt zur internationalen Rotkreuz-Bewegung. Mit ihr wird auch die Palästinensische Rote-Halbmond-Gesellschaft aufgenommen. Muslimische Vertreter hatten am Dienstag die Rechtsbeständigkeit des Treffens in Genf in Frage gestellt und damit unerwartet für Hindernisse gesorgt.

Frei von religiöser Assoziation

In Israel sind Krankenwagen und medizinisches Personal mit einem roten Davidstern gekennzeichnet. Weil der jüdische Staat das Rote Kreuz der christlichen Länder ebenso ablehnte wie den Roten Halbmond der islamischen Welt, war dem MDA die Aufnahme in die Rotkreuz-Bewegung bislang verwehrt. Gegen den Davidstern aber gab es massive Vorbehalte der arabischen Mitglieder. Der Rote Kristall als neues Emblem ist frei von jeder religiösen, nationalen oder kulturellen Assoziation.

Der MDA und die palästinensische Halbmondbewegung haben bereits Ende 2005 ein Übereinkommen über die gegenseitige Anerkennung ihrer Sanitätsdienste unterzeichnet. Bei der Gründung der Rotkreuzbewegung 1863 bildete die farbliche Umkehrung der Schweizer Flagge die Grundlage für das Emblem. (APA)

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