"Sexy Format": Doku-Soap aus Schönbrunn als ORF-Sommerhighlight

4. Juli 2006, 22:16
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"Ganz schön wild": Achtteilige Doku rund um das Leben in Österreichs Paradezoo ab 1. Juli im Samstag- Vorabendprogramm

Es wird eine Art Container-Reality-Dokumentation, in der die "Insassen" des österreichischen Paradezoos Schönbrunn ihr Dasein zum Besten geben: "Ganz schön wild - Alltag im Tiergarten Schönbrunn". Die 25-minütige Tierdoku ist eines der Sommerhighlights der ORF-TV-Information. Ab 1. Juli geht das vorerst achtteilige neue Format, das gemeinsam von der "Universum"-Redaktion und Rudolf Klingohrs Interspot-Film entwickelt wurde, um 17.55 Uhr auf ORF 2 erstmals auf Sendung.

Koproduktion mit ARTE

Die Tier-Soap, eine Koproduktion mit dem deutsch-französischen Kulturkanal ARTE, zeigt nicht nur das Alltagsleben der rund 4.000 Schönbrunn-Tiere, sondern auch die Arbeit der mehr als 160 Mitarbeiter des Zoos. Die Idee ist nicht ganz neu. Sie wurde bereits in Deutschland - mit dem Schauplatz Tiergarten Leipzig - in über 200 Sendungen erfolgreich ausgestrahlt, wie Zoodirektor Helmut Pechlaner berichtete.

Abschiedsvorstellung

Für den Tiergartenchef, der sich mit Ende des Jahres in den Ruhestand verabschiedet und in den Folgen selbst immer wieder als Akteur in Erscheinung tritt, ist die Doku eine Art Abschiedsvorstellung.

Foto: ORF/Interspot
Tierärztin Hanna Vielgrader mit Helmut Pechlaner.

Pechlaner erwartet sich von dem Programm eine "unverfälschte Botschaft, wie es in Zoos wirklich zugeht". So soll nicht nur die Sonnenseite des Zoolebens gezeigt werden, sondern auch unangenehme Alltagssituationen, wie das Töten oder Verabreichen von Futtertieren oder Fehl- bzw. Totgeburten.

Pandas im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt der ersten Folge stehen die Großen Pandas und die Frage: Tun sie's oder tun sie's nicht. Gemeint ist das Paarungsverhalten der dicken Bären, das von einer Tierärztin und einer Pflegerin ungeniert kommentiert wird.

Foto: ORF/Interspot

Diese Unverfälschtheit macht laut Pechlaner auch den Reiz der Sendung aus: "Wenn jemand in Scheiße steigt, dann soll er auch Scheiße sagen können", so der Direktor.

Butterkeks-süchtige Jungziege

Die zwei Nebengeschichten der ersten Folge ranken sich rund um einen kleinen Flughund, der von einer Pflegerin per Hand aufgezogen wird, sowie um die verletzte und Butterkeks-süchtige Jungziege Franzi.

Verlängerung bei Publikumserfolg

ORF-Informationsdirektor Gerharhd Draxler ist vom Erfolg des neuen Formats überzeugt. Eine Entscheidung darüber, ob es über die nun geplanten acht Folgen hinaus verlängert werden soll, wird allerdings erst getroffen, wenn sich das Konzept tatsächlich als Publikumserfolg erweist, kündigte er am Mittwoch an. Auch "Universum"-Chef Walter Köhler schwärmte von diesem "sehr interessanten, sexy Format". (APA)

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