Untersuchungen bei British Airways

7. Juli 2006, 11:39
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Britische Kartellbehörden und das US-Justiz­ministerium ermitteln wegen möglicher Preis­absprachen - Zwei hochrangige Mitarbeiter wurden bereits vom Dienst suspendiert

London - Die britische Kartellbehörde geht dem Verdacht von Preisabsprachen bei Langstreckenflügen von und nach Großbritannien nach. Die Untersuchung konzentriere sich auf die Preiskalkulation für den Passagiertransport einschließlich des Kerosinzuschlags, teilte das Office of Fair Trading (OFT) am Donnerstag in London mit.

In diesem Zusammenhang habe sich die Behörde am 13. Juni in Firmengebäuden der Fluggesellschaft British Airways (BA) umgesehen. Zu diesem frühen Zeitpunkt der Untersuchung könne man aber noch nicht sagen, ob tatsächlich Wettbewerbsrecht verletzt worden sei.

"Beurlaubung"

BA bestätigte die Untersuchung, an der nach Unternehmensangaben auch das US-Justizministerium beteiligt ist. Im Zusammenhang mit der Untersuchung seien Marketingdirektor Martin George und Kommunikationschef Iain Burns beurlaubt worden, teilte Europas drittgrößte Fluggesellschaft mit. BA betonte, das Unternehmen halte sich strikt an das Wettbewerbsrecht.

Virgin Atlantic Airways erklärte, von der Untersuchung zu wissen. Die Fluggesellschaft arbeite mit den Ermittlern zusammen, sagte ein Unternehmenssprecher. Konkreter wollte er nicht werden. Die Deutsche Lufthansa sieht sich von den Ermittlungen bisher nicht betroffen. "Uns ist nichts von Ermittlungen gegen Lufthansa bekannt", sagte eine Firmensprecherin.

BA-Aktien verloren am Vormittag fünf Prozent auf 349,42 Pence. Lufthansa-Papiere gaben 0,9 Prozent auf 14,04 Euro nach.

Mit den rasant gestiegenen Ölpreisen sind auch die Treibstoffkosten der Fluggesellschaften gestiegen. Viele Fluglinien verlangen deswegen Kerosin-Zuschläge von ihren Passagieren. (APA/Reuters)

British Airways wird wegen angeblicher Preisabsprachen untersucht
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