Immer mehr Sparer setzen auf Fonds

4. Juli 2006, 11:24
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Das weltweit verwaltete Fondsvermögen ist im Vorjahr um 25,6 Prozent nach oben geklettert und erreicht mit einem Volumen von 14,5 Billionen Euro einen neuen Höchststand

Wien - Fondssparen wird offenbar immer beliebter. Im vergangenen Jahr stieg das weltweite Fondsvermögen um 25,6 Prozent auf einen Rekordstand von 14,5 Billionen Euro. Damit verzeichnete die Investmentbranche das größte Wachstum seit dem Jahr 1999, wie eine Analyse von DWS ergeben hat.

Den prozentuell höchsten Anstieg mit einem Plus von 35 Prozent weist Japan aus. Der Anteil der verwalteten Gelder stieg dort auf 397 Milliarden Euro. Diese Entwicklung führen Experten einerseits auf die positive Performance am japanischen Aktienmarkt zurück - der Leitindex Nikkei erreichte in der zweiten Jahreshälfte 2005 mit 16.344 Punkten seinen höchsten Stand seit dem Jahr 2000. Zudem seien die neu veranlagten Mittel deutlich gestiegen.

In der Region Asien-Pazifik exklusive Japan wurde ein Anstieg um 24,8 Prozent auf 875 Milliarden Euro verzeichnet. Neben neuen Mittelzuflüssen von 24 Milliarden Euro trug auch in dieser Region die positive Entwicklung der Aktienmärkte zu diesem starken Wachstum bei.

Aktien vs. Rentenfonds

Der europäische Fondsmarkt verbuchte vergangenes Jahr einen Anstieg von 20,9 Prozent und erreichte mit 5,3 Billionen Euro ebenfalls einen neuen Höchststand. Mit 202 Milliarden Euro haben Anleger aus Europa 2005 mehr als doppelt so viele neue Gelder veranlagt als noch im Jahr davor.

Die Franzosen sammelten fast 66 Milliarden Euro an neuen Mittel ein, gefolgt von Deutschland mit 45 Milliarden Euro und der Schweiz mit über 23 Milliarden Euro. Mittelzuflüsse in solch einem hohen Ausmaß habe es zuletzt während des Aktienbooms im Jahr 2000 gegeben, heißt es in der Analyse.

Während französische Sparer vor allem Geldmarktfonds präferierten, setzten Anleger in Deutschland, Italien und der Schweiz auf Rentenfonds. In den USA flossen über 50 Prozent der neuen Mittel in Aktienfonds, in Europa waren es rund 20 Prozent.

Osten holt auf

Das Fondsvolumen Polen, Rumänien, Russland, Tschechien und Ungarn kletterte um 50,2 Prozent auf umgerechnet 28 Milliarden Euro. Vor fünf Jahren betrug das verwaltete Fondsvermögen Osteuropas rund fünf Milliarden Euro. Wachstumsimpulse für den Markt im Osten kommen vor allem aus Polen. Auch Garantiefonds rücken zunehmend in den Fokus osteuropäischer Anleger. (Bettina Pfluger, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22.6.2006)

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