"Ge(h)denken" in Bretstein

28. Juni 2006, 13:05
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Gedenkstätte des Mauthausen-Außenlagers ist fertig - Enthüllung einer Glasplatte am Samstag

Graz - Im schattigen Bretsteingraben im obersteirischen Bezirk Judenburg wurde im Juni 1941 eines der ersten Außenlager von Mauthausen errichtet. 170 Häftlinge - vorwiegend aus Deutschland und Spanien - mussten dort unter Aufsicht der SS und in zwei Baracken untergebracht Zwangsarbeiten verrichten. Viele überlebten Bretstein nicht. Mehr als 60 Jahre später legte der mittlerweile verstorbene Religionslehrer Franz Stuhlpfarrer die Grundfesten des ehemaligen Lagers mit seinen Schülerinnen wieder frei.

Lagerskizze

Nun, drei Jahre nach seinem Tod, wird die von Stuhlpfarrer initiierte Gedenkstätte komplettiert. Am Samstag um 11 Uhr wird eine Glasplatte enthüllt, auf der eine vom ehemaligen Häftling Eduardo Escot angefertigte Lagerskizze eingraviert ist.

Danach lädt der "Verein KZ-Nebenlager Bretstein"zum gemeinsamen "Ge(h)denken". Statt einer statischen Feier will man sich beim Gang über eine von Häftlingen erbaute Straße zum Steinbruch, wo sie arbeiten mussten, an die Verbrechen, die ihnen angetan wurden, erinnern. (DER STANDARD, Printausgabe, 22. 06. 2006)

Von Colette M. Schmidt
  • Wo einst ein KZ stand, sind nur noch die Grundrisse sichtbar, auch die waren lange Zeit verschwunden.
    foto: der standard/kz-verein bretstein

    Wo einst ein KZ stand, sind nur noch die Grundrisse sichtbar, auch die waren lange Zeit verschwunden.

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