Kataloniens Regierungschef verzichtet auf neue Spitzenkandidatur

30. Juni 2006, 13:21
posten

Sozialist Maragall betrachtet seine Aufgabe mit Referendumsergebnis als erfüllt

Barcelona - Drei Tage nach dem Autonomie-Referendum in Katalonien hat Regierungschef Pasqual Maragall seinen Verzicht auf eine Kandidatur bei den vorgezogenen Regionalwahlen im kommenden Herbst angekündigt. Mit dem Erfolg der Volksabstimmung über eine größere Eigenständigkeit Kataloniens betrachte er seine Aufgabe als erfüllt, sagte der 65-jährige Sozialist am Mittwoch in Barcelona. Es sei Zeit für einen Generationswechsel.

Bei dem Referendum am vergangenen Sonntag hatten sich die Katalanen mit klarer Mehrheit für eine größere Autonomie gegenüber der Zentralregierung in Madrid ausgesprochen. Die Beteiligung lag aber nur bei knapp 50 Prozent.

Ein Streit über das Autonomie-Statut hatte bereits im Mai zum Bruch der katalanischen Regierungskoalition geführt. Maragall kündigte daraufhin für den Herbst Neuwahlen an. Als Spitzenkandidat seiner Sozialistischen Partei (PSC) ist der spanische Industrieminister Jose Montilla im Gespräch. Maragall, der wegen seiner oftmals eigenwilligen Initiativen in den eigenen Reihen nicht unumstritten ist, hatte das Amt Ende 2003 übernommen. Er löste damals den seit mehr als 20 Jahren regierenden gemäßigten Nationalisten Jordi Puyol ab. (APA/dpa)

Share if you care.