Auch El-Masri-Anwalt abgehört

26. Juni 2006, 18:53
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Verteidiger des nach Afghanistan verschleppten Deutsch-Libanesen kündigt rechtliche Schritte an

Neu-Ulm - Auch der Anwalt des nach Afghanistan verschleppten Deutsch-Libanesen Khaled el Masri, der Neu-Ulmer Rechtsanwalt Manfred Gnjidic, ist von der Polizei abgehört worden. Dies sei ihm jetzt bei der Übergabe staatsanwaltschaftlicher Akten erklärt worden, bestätigte Gnjidic am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa einen Bericht des Online-Dienstes des Magazins "Focus".

Seine telefonischen Anschlüsse über Festnetz und Mobiltelefon seien vom 11. Jänner an fünf Monate angezapft worden. Als Begründung habe man ihm erklärt, die Überwachung sei für mögliche Nachermittlungen im Zusammenhang mit El Masris Entführung erfolgt. Dies sei ein "ungeheuerlicher Vorgang" und ein nicht zu akzeptierender Eingriff in die Sphäre eines Verteidigers und Zeugenbeistands. Gnjidic kündigte rechtliche Schritte an.

Münchens Oberstaatsanwalt August Stern hatte bestätigt, das El Masri nach seiner Freilassung auf Antrag der schwäbischen Polizei abgehört worden war und die Aktion im Nachhinein gebilligt habe. Die Telefonüberwachung sollte zu möglichen Hintermännern der Entführung führen, brachte aber kein Ergebnis. El Masri und sein Anwalt Gnjidic sollen an diesem Donnerstag vor dem BND-Untersuchungsausschuss des Bundestags in Berlin als Zeugen aussagen. (APA/dpa)

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