Rumänien verhängte Fangverbot für Donau-Störe

23. Juni 2006, 09:32
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Bestand der Knochenfische sind ist dramatisch zurück gegangen

Wien/Bukarest - Rumänien hat für die kommenden zehn Jahre ein absolutes Fangverbot für alle wild lebenden Störarten der Donau verhängt. Der WWF forderte die anderen Donauländer auf, diesem Beispiel so schnell wie möglich zu folgen. Nur so könne dem dramatischen Rückgang der selten gewordenen Knochenfische in der Donau Einhalt geboten werden. In Rumänien leben jedoch 450 Fischer vom Störfang. Deren Existenzen sollen laut WWF nicht gefährdet werden.

"Der Lebensraum der Störe erstreckt sich heute über die gesamte untere Donau, weshalb nur grenzüberschreitende Schutzbemühungen tatsächlich den Bestand sichern können", appelliert Hildegard Aichberger, Geschäftsführerin des WWF Österreich. Eine gute Gelegenheit für Bulgarien, Serbien, Montenegro und die Ukraine, ebenfalls ein Fangverbot anzukündigen, biete die am 21. und 22. Juni stattfindenden Artenschutz-Konferenz in Sarulesti (Rumänien), an der alle Staaten der unteren Donauregion und des nordwestlichen Schwarzen Meeres teilnehmen.

Einst umfasste das Schwarze Meer und die Donau eine der reichsten Störpopulationen weltweit. Kaviar ist der Hauptgrund für den drastischen Rückgang: Bei Delikatessenhändlern erlangt ein Kilogramm einen Preis von bis zu 6.000 Euro. Aber auch das Fleisch und die Haut der stromlinienförmigen Flussbewohner werden in der Region genutzt. Unzureichende Kontrollen führten dazu, dass 1998 fast 400 Tonnen Störe gefangen wurden. Die extreme Überfischung ließ die Population dramatisch schrumpfen, was die natürliche Fortpflanzung der Störe in der Donau beinahe vollkommen zerstörte.

Jedoch leben allein in Rumänien rund 450 Fischer nahezu ausschließlich vom Störfang. Diese Existenzen gelte es zu schützen und alternative Einkommensquellen zu schaffen. Nur so kann laut WWF das Verbot der kommerziellen Fischerei von Stör auf der Donau erfolgreich umgesetzt werden. (APA)

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