China und Indien holen auch in Sachen Forschung deutlich auf

28. Juni 2006, 13:01
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Laut Studie 2009 sind insgesamt drei Viertel aller neu geplanten F&E-Standorte in diesen beiden Ländern geplant

Wien - Nach der Verlagerung vor allem von Produktionsstandorten in Niedriglohnländer wie China oder Indien, könnten als nächstes Forschungsressourcen verstärkt in asiatische Ländern transferiert werden. Laut einer gemeinsamen Studie der Business School Insead und der Strategie- und Technologieberatung Booz Allen Hamilton werden 77 Prozent der bis 2009 geplanten F&E-Standorte in Asien eröffnet.

Mittlerweile ist laut der Erhebung weltweit nur noch knapp jeder zweite Mitarbeiter aus dem F&E-Bereich im Heimatland seines Unternehmens tätig. Bei den befragten deutschen und US-Unternehmen liegt dieser Anteil noch bei über 70 Prozent, allerdings mit abnehmender Tendenz. Von der Entwicklung profitiert seit fünf Jahren Asien und dabei insbesondere China überproportional.

1995 befanden sich nur 2 Prozent der weltweiten Forschung und Entwicklung in China, innerhalb von zehn Jahren ist dieser Anteil auf insgesamt 9 Prozent angestiegen und der Trend geht weiter. Auch Indien profitiert mit rund 30 Prozent der Neuansiedlungen von dem Boom. "Mit diesem enormen Wachstum werden China und Indien den westeuropäischen Raum als wichtigsten Standort für neue ausländische F&E-Einrichtungen von US-Unternehmen überholen", so Studienkoordinator Thomas Goldbrunner, der als Mitglied der Booz Allen Hamilton-Geschäftsleitung die Studie zusammen mit INSEAD koordinierte.

Kostenfaktor im Vordergrund

Bei der Auswahl der F&E-Standorte stehen je nach Land und Region unterschiedliche Motive im Vordergrund. In Deutschland und Westeuropa sowie in den USA sind vor allem die Nähe zu Technologie- oder Forschungszentren, der Zugang zu Märkten und Kunden sowie qualifizierte Arbeitskräfte ausschlaggebend. Im asiatischen Raum hingegen stehen Kostenfaktoren und neue Absatzmärkte im Vordergrund.

Während bei Indien vorrangig die niedrigen Lohnkosten bei gleichzeitig hoher Qualifizierung der Mitarbeiter als Motivation genannt werden, ist es bei China hauptsächlich der Zugang zu einem attraktiven Markt. Doch auch in China spielen die niedrigen Lohnkosten eine Rolle. (APA)

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