Annan rügt Entwaffnungskonferenz in Genf

22. Juni 2006, 16:13
1 Posting

Seit Atomwaffentestverbot vor zehn Jahren keine größeren Fotschritte erziehlt - Verbreitung von Atomwaffen bekämpfen

Genf - UNO-Generalsekretär Kofi Annan hat die Entwaffnungskonferenz der Vereinten Nationen zu größerem Engagement im Kampf gegen die Ausbreitung von Atomwaffen aufgefordert. Annan verwies vor den Delegierten am Mittwoch in Genf darauf, dass die Konferenz seit dem Atomwaffentestverbot vor zehn Jahren keine größeren Fortschritte mehr erzielt habe.

Waffenverbot im All

Allerdings gebe es Hinweise auf Bewegung innerhalb der Konferenz. So hätten China und Russland einen Vertrag über ein Verbot von Waffen im All vorgeschlagen, während die USA die Produktion von Material zum Bau von Atombomben verbieten wollten, sagte Annan. "Ich hoffe, dass diese Schritte den Beginn einer neuen Periode der Produktivität bedeuten", erklärte er. "Sie ist seit langem fällig." Der UNO-Generalsekretär forderte Nordkorea auf, gemeinsam mit anderen Ländern an dem Ziel einer atomwaffenfreien koreanischen Halbinsel zu arbeiten.

Mehr Kooperation von Iran und Nordkorea

UNO-Generalsekretär Kofi Annan hat Nordkorea und den Iran zur engeren Zusammenarbeit mit der UNO im Bemühen um eine Lösung des Atomstreits aufgefordert. Beide Länder müssten mehr tun, um die Sorge der anderen Staaten vor ihren atomaren Ambitionen zu entkräften, sagte Annan am Mittwoch vor der UNO-Abrüstungskonferenz in Genf. Teheran müsse durch eine bessere Kooperation mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) beweisen, dass es tatsächlich wie behauptet nur Atomstrom und keine Atomwaffen wolle. Die Führung in Pjöngjang rief Annan dazu auf, die angespannte Situation auf der koreanischen Halbinsel nicht noch weiter anzuheizen.

Dass Nordkorea die Sechs-Parteien-Gespräche über sein Atomprogramm abgebrochen hatte, bezeichnete der UNO-Generalsekretär als "besonders enttäuschend". Das Regime in Pjöngjang hatte im vergangenen Jahr verkündet, es sei im Besitz von Atomwaffen. Für zusätzliche Befürchtungen sorgten Berichte vom Wochenende, dass das Land unmittelbar vor dem Test einer neuen Langstreckenrakete stehe, die erstmals US-Gebiet erreichen könnte.

Islamische Konferenz steht hinter Iran

Die Organisation der Islamischen Konferenz versicherte unterdessen ihre Solidarität mit dem Iran im Atomstreit. In einer Erklärung zum Abschluss ihres Treffens im aserbaidschanischen Baku forderten die Außenminister der 57 Mitgliedstaaten eine Wiederaufnahme der Atomverhandlungen "ohne Vorbedingungen". Sie übernahmen damit die Wortwahl der iranischen Führung. Die fünf Vetomächte im UNO-Sicherheitsrat - Frankreich, Großbritannien, China, Russland und die USA - sowie Deutschland hatten dem Iran am 6. Juni ein neues Angebot vorgelegt, um Teheran dazu zu bewegen, sein Atomprogramm aufzugeben. (APA/AP)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Kofi Annan fordert "eine neuen Periode der Produktivität".

Share if you care.