Magna-Chef: "Wir gehen nach Russland"

7. Juli 2006, 11:30
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Magna prüft Standorte bei St. Petersburg und Moskau - Entscheidung im August - Produk­tionsstätten in Billiglohn-Ländern "nur Ergänzung"

Wien - Der Autozulieferer Magna International will in den nächsten zwei bis drei Monaten über die Standorte für neue Werke in Russland entscheiden. "Wir gehen nach Russland", sagte Magna-CEO Siegfried Wolf auf dem "Automotive News Europe Congress" in Wien. Zur Debatte stünden Standorte im Raum St. Petersburg, Moskau und weiteren Regionen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Dort wolle Magna größere Fahrzeugteile produzieren.

"Starke Homebase"

Die Entscheidung zum Aufbau von Fertigungskapazitäten in Russland wollte Wolf allerdings nicht als Zeichen gegen die Standorte in Westeuropa verstanden wissen. "Wir bauen Werke in Frankreich und Deutschland. Und glauben Sie mir: Die werden profitabel sein." Die Verlagerung von Produktionsstätten in Billiglohnländer Osteuropas und Asiens sei nur als Ergänzung zu verstehen, um neue Märkte zu erschließen. Basis für die Expansion sei eine "starke Homebase".

Diese Strategie empfahl Wolf auch den Herstellern: "Die Verlagerung in Billiglohnländer ist nicht die Antwort auf die Probleme der europäischen Automobilhersteller. Wir müssen uns wieder mehr auf das Produkt konzentrieren." Dass die Börse den massiven Abbau von Arbeitsplätzen honoriert, hält Wolf für falsch. "Wenn ich als CEO ankündige, dass ich 10.000 Leute rauswerfe, dann steigt der Aktienkurs. Es müsste genau umgekehrt sein."

Der "Automotive News Europe Congress" findet noch bis Donnerstag im Hilton Vienna statt. (APA)

  • Wolf: "Wir bauen Werke in Frankreich und Deutschland. Und glauben Sie mir: Die werden profitabel sein."
    foto: standard/robert newald

    Wolf: "Wir bauen Werke in Frankreich und Deutschland. Und glauben Sie mir: Die werden profitabel sein."

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